728
Phillips.
in die Gegend von Bilbilis verlegt; sein Name bat sieb in
dem Moncayo bei Soria erhalten. Ist jene Nachricht begründet,
so müsste Gracchus schon ziemlich weit von dem Felde
seiner bisherigen Thätigkeit bis in die nordöstlichsten Gegenden
Keltiberiens sich entfernt gehabt haben.
Besser als diese Nachrichten lassen sich für die Grenzbestimmung
Keltiberiens nach der Auffassung des Livius dessen
Angaben über die Nachbarn dieses Landes verwenden. Als
solche nennt er im Westen die Carpetani und Vaccaei;
da die am meisten nach Osten belegenen Städte der ersteren:
Ilarcuris, Complutum, Mantua, Titulcia, Alces und
Consabrum, der letzteren: Pintia, Kauda und Cauca sind,
so lässt sich dadurch approximativ bestimmen, wo Livius sich
die Westgrenze Keltiberiens gedacht hat. — Schliesslich möge
noch bemerkt werden, dass Livius von den einzelnen keltiberischen
Stämmen nur die Berones und Arvaci 34 , vielleicht
auch die Pelendones namhaft macht; neben den Arvaci
werden nämlich die Cerindones erwähnt 35 , ein Name, der
wohl in der obigen Weise zu verbessern sein dürfte.'
3. S t r a b o.
Dieser dem augusteischen Zeitalter wie Livius ungehörige
Schriftsteller bemerkt, dass Keltiberien anfange, sobald man den
Idubeda überschritten und bezeichnet es als ein ausgedehntes
unregelmässiges Land 36 . Der grösste Theil desselben ist rauh
und wird von Flüssen durchströmt; der Anas, der Tagus und
die Mehrzahl derjenigen, die nachher zu Flüssen werden und
in den westlichen Ozean strömen, entspringen in Keltiberien.
Unter diesen fliesst der Durius bei Numantia und Segontia
vorbei, der Bätis aber, der auf dem Orospeda entspringt, fliesst
durch Oretanien nach Bätjca 37 . Von den Keltiberern westlich
sind die Berones, die Nachbarn der cantabrischen Konisker
und selbst aus der keltischen Wanderung hervorgegangen 38 .
34 Liv., Fragm., lib. XCI (ed. Weissenb. Tom. X. 276.)
35 Liu., 1. c.
36 Straboj Lib. III. cap. 4. §. 12.
37 Strdbo, 1. c.
38 Strabo, 1. c.