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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Die  Wohnsitze  der  Kelten  auf  der  pyrenäisehen  Halbinsel.

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herrn  möglich  machte,  bis  in  die  Nähe  von  Sagunt  vorzudringen.
Diese  Völkerschaften  mussten  freilich  klein  sein,  aber  es  hatte
doch  wohl  jede  ihre  Stadt  und  nicht  bloss  einen  oder  ein  Paar
Thürme.  Allerdings  waren  solche  Thürme  in  Iiispanien  seinhäufig
 13  und  hin  und  wieder  mag  die  Anlage  eines  Thurmes
zur  Entstehung  einer  Stadt  die  Veranlassung  gegeben  haben,
wie  dies  ja  auch  in  Deutschland  bisweilen  der  Fall  war.
Dessenungeachtet  muss  die  Zahl  der  Städte  mindestens  der  der
Völkerschaften  gleichkommen  und  wenn  z.  B.  nach  dem  Kampfe,
welchen  Indibilis  von  Neuem  gegen  die  Römer  angeregt  hatte,
dreissig  Völker  Geissein  stellten  1J ,  so  sind  hier  auch  mindestens ­
  dreissig  Städte  anzunehmen;  ebenso  sind  mit  den  fünfzig ­
  Städten,  welche  sich  der  jüngere  Scipio  nach  mehreren
glücklichen  Gefechten  unterwarf lä ,  wohl  eben  so  viele  Völkerschaften ­
  gemeint,  die  wir,  obschon  Livius  stets  von  Populi
spricht 16 ,  vielleicht  richtiger  als  Gentilitates  bezeichnen
würden.  Die  gleiche  Bedeutung  solcher  Völkerschaften  und
der  Städte  wird  auch  durch  Aeusserungen  des  Plinius  17  und
durch  den  Umstand  bestätigt,  dass  eine  nicht  geringe  Anzahl
hispanischer  Städte  mit  Gentilnamen  bezeichnet  werden,  z.  B.
"Arucci,  Zoelae  u.  s.  w.
2.  Livius.
Es  ist  im  Vorhergehenden  schon  öfters  auf  Livius  hingewiesen ­
  worden.  Derselbe  hat  so  manche  seiner  Nachrichten  aus
Polybius  geschöpft,  doch  sind  ihm  auch  andere  Quellen,  insbesondere ­
  städtische  Annalen  und  Senatsacten  zu  Gebote  gestanden ­
  ,s .  Er  bezeichnet  im  Allgemeinen  das  Gebiet  der
Keltiberer  als  zwischen  den  beiden  Meeren  belegen 19 ,  womit
er  dasselbe  wohl  als  ein  Binnenland  angesehen  wissen  will,

13  Liv.,  XXII.  19.  §.  6.
i‘  Liv.,  XXIX.  3.  §.  5.
w  Liv.,  XXXV.  1.  §.3.
is  Liv.,  1.  o.
»  Plin.,  H.  N.  III.  3.  §.  26.  §.  27.
18  Vergl.  über  diesen  Gegenstand:  II.  Nissen,  Kritische  Untersuchungen
über  die  Quellen  der  vierten  und  fünften  Decade  des  Livius.  Berlin.  1863.
18  Liv.  XXXVIII.  1.  §.  4.
            
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