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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Die  Wohnsitze  der  Kelten  auf  der  pyreuäisclien  Halbinsel.

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birge  Idubeda  gebildet  wird,  ist  bereits  oben  durch  die  Demareationslinie
  selbst  genau  bestimmt;  die  Nordgrenze  beginnt
da,  wo  diese  Linie  den  Ebro  zum  ersten  Male  verlässt  und
erstreckt  sich  westlich  gerade  fortlaufend  bis  sie  auf  die  Pisuerga
  stösst.  Die  Westgrenze  läuft  von  eben  diesem  Punkte
zwischen  Roa  und  Aranda,  zwischen  Guadalaxara  und
Alcala  de  Henares,  und  trifft  etwas  oberhalb  von  Fuenteduena
auf  den  Tajo  und  geht  von  da  in  der  Richtung  von  Alcazar
(in  der  Nähe  von  Alcaraz)  bis  zur  Demarcationslinie  bei  Lazuza
(Libisosa);  von  hier  an  bildet  nordöstlich  bis  nach  Segorbe
sich  hinziehend  diese  Linie  die  Südgrenze  dieses  Keltiberiens.
Gemäss  der  späteren  politischen  Eintheilung  gehörte  hierzu  das
östliche  Alt-  und  Neu-Castilien  und  das  westliche  Arragonien.

I.  Begriff  Keltiberiens  im  Sinne  der  Alten.
Das  Land  Celtiberia  erscheint  nach  der  Vorstellung
der  Alten  als  ein  bestimmtes,  von  dem  Stamme  der  Keltiberier
bewohntes  Territorium;  man  war  sich  aber  doch  über  diesen
Begriff  nicht  völlig  klar  und  dadurch  ist  auch  unser  Blick
getrübt.
1.  P  o  1  y  b  i  u  s.
Vernehmen  wir  zuerst  Polybius,  der  an  verschiedenen
Stellen  seines  grossen  Geschichtswerkes  der  Keltiberer  gedenkt.
Die  Grenzen  ihres  Landes  gibt  er  nicht  an,  nur  erwähnt  er  bei
Bestimmung  der  Lage  von  Sagunt,  dass  diese  Stadt  ungefähr
tausend  Schritte  vom  Meere  und  am  Fasse  eines  Berges  auf
der  Grenze  zwischen  Iberion  und  Keltiberien  belegen  sei'.
Diese  Aeusserung  ist  um  so  auffallender,  als  Polybius  an  einer
andern  Stelle  sagt,  Iberien  erstrecke  sich  von  den  Pyrenäen
und  dem  mittelländischen  Meere  bis  zu  den  Säulen  des  Herkules, ­
  für  den  übrigen  Tlieil  der  Halbinsel,  der  von  einer  sehr
zahlreichen  barbarischen  Bevölkerung  bewohnt  werde,  habe  man
eine  gemeinsame  Bezeichnung  noch  nicht  gefunden  2 .  Ausser-1

  Polyb.,  III.  17.  §-  2.
2  Polyh.,  III.  37.  §  9.  §  10

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