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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Die  Wohnsitze  der  Kelten  auf  der  pyrenäischen  Haihinsel.

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Nächst  den  vorhin  erwähnten  C  a  p  o  r  i 2ä ,  welchem  Namen
ein  anderer  inschriftlich  vorkommender  Taporus  sehr  nahe
kommt 26 ,  wären  in  diesen  Gegenden  im  Einzelnen  noch  folgende ­
  Namen  hervorzuheben:  Lambriaca  und  Lambris,
Turoca  und  Tuda,  die  drei  Brunnenorte  Aquae  Cilenae,
Originae  und  Querquernae,  ferner  Talamina,  Uttaris,
Ocelum,  Olina  und  der  Flussname  Na  via.  Was  zunächst
Lambriaca  anbetrifft,  so  wurde  schon  darauf  hingewiesen,
dass  die  Endung  -äca  ihrem  Ursprünge  nach  zweifelhaft  sei 27 ;
einen  sehr  keltischen  Anldang  haben  diese  Namen  nicht,  wohl
aber  erinnnert  man  sich  dabei  der  an  der  lusitanischen  Küste
belegenen  Insel  Landobris  bei  Ptolemäus,  während  Marianus
sieLanucris  nennt 2S .  Für  Turoca  bieten  sich  viele  iberische ­
  Analogien 29 :  Turbela,  Turdetani,  Turduli,  Turiasso,
Turissa,  Turmodigi,  Turmuli  und  die  drei  Flussnamen
Turia,  Turium  und  Turulis 30 ,  woneben  freilich  auch  die
Stadt  Turobriga  vorkommt,  in  deren  Namen  wohl  nur  die
zweite  Hälfte  keltisch  sein  dürfte 31 .  Dagegen  ist  für  Tu  de
in  dem  Beinamen  Tuditanus,  welchen  ein  Zweig  der  Sempronier
  führte,  keine  Analogie  zu  suchen,  obgleich  derselbe
auf  einer  in  jener  Gegend  gefundenen  Inschrift  angetroffen
wird 32 .  Die  Griechen  wollten  in  dem  Namen  Tude,  der  dann
auch  T  y  d  e  geschrieben  wurde,  eine  Beziehung  auf  Diomedes,
den  Sohn  des  Tydeus  finden  und  fabelten  nach  ihrer  Weise
von  einer  frühen  Ankunft  griechischer  Colonien  auf  der  West-25

  Hübner,  1.  c.  Index  Geogr.  p.  748,  stellt  es  als  möglich  hin,  dass  in  der
Inschrift  p.  606  vielleicht  Cap  orus  enthalten  sein  könnte,  wahrscheinlich
ist  dies  jedoch  nicht.
26  Hühner,  1.  c.  n.  408  (?  453).  n.  519.  520.  521.  n.  880.  n.  950.  n.  1018.
Vergl.  auch  Plin.,  1.  c.  §.  118.  Medubricenses  qui  Plumbari,  Ocelenses,
Turduli  qui  Barduli  et  Tapori.  Auch  ist  damit  der  Name  Talori  ebend.
n.  760,  (s.  noch  n.  736  u.  776,)  zu  vergleichen.
22  S.  oben  S.  8.
28  Vergl.  meine  Abhandlung  über  eine  zu  Castellon  gefundene  iberische  Inschrift. ­
  S.  8.
29  Vergl.  Humboldt,  a.  a.  O.  S.  34.
30  Turiga  gehört  nicht  hieher,  denn  dafür  ist  Curiga  zu  lesen.  Vergl.
Hübner,  1.  c.  p.  134.
31  Kiepert,  a.  a.  O.  S.  157.  Karte.
32  Hübner,  1.  c.  n.  2514.
            
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