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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Die  Wohnsitze  der  Kelten  auf  der  pyrenäisehen  Haihinsel.

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Die  drei  Hauptstämme  dieser  Keltiker  waren  die  Artabri,
  die  Lucenses  (bei  Ptolemäus  Aou'/ivcjiot)  und  die  Bracarii.
  Von  den  zuerst  Genannten  sagt  Plinius,  dass  sie  eigentlich ­
  den  Namen  ,  Arotrebae‘  führten 3 .  Ausser  diesen  dreien
leitet  Strabo  auch  noch  andere  Stämme  Hispainens,  namentlich
die  zwischen  Areva  und  Pisoraca  wohnenden  Berones  von
jener  vorhin  erwähnten  Heerfahrt  der  Celtici  ab 9 ,  jedoch  ohne
sonst  näher  anzugeben,  dass  dieselbe  sich  so  weit  östlich  erstreckt ­
  habe.
Indem  wir  auf’s  Einzelne  eingehen,  tritt  zunächst  jener
Name  der  Arotrebae  entgegen.  Glück  erklärt  treb  durch
habitaculum,  vicus,  oppidum;  das  Wort  läuft  parallel  mit  dem
deutschen  .Dorf' 10 .  Die  Partikel  ar  bedeutet  im  Keltischen  so
viel  als  lat.  ad n  und  so  scheint  Arotrebae  so  ziemlich  mit
dem  gallischen  A-treb-ates  übereinzustimmen 12 .  Es  hat  auch
Manches  für  sich,  den  Namen  der  Stadt  Con-treb-ia  hieher
zu  ziehen  und  es  würde  derselbe  sich  einfach  aus  con,  welche
Partikel  in  keltischen  Namen  das  Gemeinschaftliche  ausdrückt,
als  gemeinsame  Wohnung'  erklären  lassen.  Kiepert  sthnmt
sowohl  in  Beziehung  auf  Arotrebae,  als  auch  auf  Contrebia
jenem  Gelehrten  bei 14 ,  Humboldt  hingegen  hält  Contrebia
für  einen  iberischen  Namen  15 .  Es  wurde  bereits  bei  anderer
Q-elegenheit  darauf  aufmerksam  gemacht 16 ,  wie  die  Form  Contrebia ­
  an  sich  nicht  für  eine  iberische  gelten  könne  und  wie
die  Stadt  im  Iberischen  Qonooriba  heisse.  Wäre  also  Contrebia
seinem  Ursprünge  nach  wirklich  keltisch,  so  müsste  Qonooriba
ein  iberisirter  Name  sein.

nicht  den  des  Zerstörens;  für  schädigen,  verwüsten,  zerstören  werden  im
Baskischen  ganz  andere  Ausdrücke  gebraucht.
8  Plin.,  1.  c.  §.  114.
0  Strabo,  1.  c.  cap.  4.  §.  12.
10  S.  Glück,  Die  bei  C.  J.  Cäsar  vorkommenden  keltischen  Namen.  S.  29.
S.  39.
11  Glück,  a.  a.  O.  S.  32.
12  Glück,  a.  a.  O.  S.  38.  Note  1.
13  Glück,  a.  a.  O.  S.  64  u.  f.
14  Kiepert,  Beitrag  zur  alten  Ethnographie  der  iberischen  Halbinsel.  S.  152.
15  Humboldt,  a.  a.  O.  S.  87.
18  S.  meine  Abhandlung  über  das  iberische  Alphabet.  S.  12.
            
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