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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

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Phillips.

der  neuesten  Zeit  durch  Mül  len  hoff  in  dem  ersten  Bande
seiner  ,Deutschen  Alterthumskiuide'  abgehoben  worden 12 ;  zugleich ­
  hat  Kiepert  dazu  eine  schöne  Karte  geliefert.  Die  Untersuchungen, ­
  welche  Müllenhoff  über  die  Ora  maritima  des
Avienus  angestellt  hat,  haben  ihn  zu  der  Ansicht  geführt,  dass
dieser  Schrift  ein  vor  der  Einwanderung  der  Kelten  verfasster
phönizischer  Periplus  und  zwar  in  einer  vielfach  interpolirten
griechischen,  beziehungsweise  massalitischen  Uebersetzung  aus
dem  fünften  Jahrhundert  v.  Chr.  zu  Grunde  liege,  die  dann
Avienus  selbst  noch  in  seiner  Weise  ausgeschmückt 13  hätte.
Die  vielfach  bestrittene  Glaubwürdigkeit  des  Avienus  hat
schon  Uleert  mit  Erfolg  in  Schutz  genommen  11  und  Müllenhoff,
welcher  mit  Scharfsinn  alle  jene  Interpolationen  auszuscheiden
sich  bemüht,  steht  im  Uebrigen  auch  dafür  ein.  Ohne  weder
das  hohe  Alter  des  ursprünglichen  Periplus,  noch  dessen  Glaubwürdigkeit ­
  anzufechten,  scheint  uns  die  Behauptung,  dass,  weil
der  Name  der  Kelten  in  der  Ora  maritima  nicht  genannt  wird,
der  Periplus  in  die  Zeit  vor  der  Einwanderung  dieses  Volksstammes ­
  gehöre  15 ,  doch  zu  weit  zu  gehen.
Die  Angabe  des  Avienus  bestätigt  jedenfalls  die  Lage
des  Landes  der  Kyneten  und  damit  mittelbar  auch  die  Wohnsitze ­
  der  Kelten  in  der  Nähe  des  Anas.  Polybius  16  aber  kennt
jenen  Stamm  unter  dem  Namen  der  Kävioi  und  die  Römer
nannten  das  weit  in  das  Meer  sich  hinaus  erstreckende  Promontorium ­
  sacrum  den  Cuneus 17 ,  zu  dessen  Erklärung-Diefenbach
  18  andeutungsweise  die  Bedrängniss  Hispaniens 19
durch  die  Kaninchen  (Cunicu  1  i)  berührt 20 .  Es  möchte  ferner
nicht  in  Zweifel  zu  ziehen  sein,  dass  mit  dem  Namen  des
Volkes  der  Conii  auch  der  einer  grossen  Stadt  in  Verbindung

12  S.  in  der  angeführten  Schrift  S.  73  —  S.  202.
13  Müllenhoff  a.  a.  O.  S.  202.
14  Ukert,  Geographie  der  Griechen  und  Römer.  Bd.  2.  Abth.  1.  S.  473—484.
15  Müllenhoff  a.  a.  O.  S.  106.
16  Polyb.,  Hist.  Lib.  X.  cap.  7.
17  Strabo,  Geogr.  Lib.  III.  cap.  1.  S.  4.  Vergl.  oben  Note  3.
18  Diefenbach  a.  a.  0.  S.  26.
19  Strabo  1.  c.  cap.  2.  S.  6.
2°  Vergl.  Hehn,  Kulturpflanzen  und  Hausthiere.  S.  337.
            
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