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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

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Horawitz.  Des  Beatus  Rhenauus  literarische  Thätigkeit.

haben  einen  sehr  verschiedenen  Werth.  Neben  den  scharfsinnigsten ­
  durch  ihre  geniale  Einfachheit  unser  Staunen
erregenden  Textrettungen  linden  sich  wohl  auch  häufig  ganz
haltlose  und  es  scheint  mir,  dass  sein  grübelnder  Scharfsinn ­
  und  Fleiss  ihn  öfter  habe  über  das  Ziel  hinausschiessen
lassen.
Doch  wie  dem  auch  sei,  sein  Verdienst  um  die  Texteskritik ­
  des  Plinius  ist  unbestritten,  auch  einer  der  letzten
Herausgeber  J.  Sillig  rühmt  ihn  als  ausgezeichneten  Philologen,
dessen  Verdienste  um  Plinius  bei  weitem  grösser  seien,  als  die
seiner  Vorgänger.  1
Wir  hatten  Gelegenheit  die  eminente  Thätigkeit  und
wachsende  Kraft  des  ßhenanus  während  der  Jahre  1508—1531
zu  beobachten;  zahlreich  und  werthvoll  sind  die  Werke,  die
sein  reger,  für  das  Christenthum,  wie  für  die  Antike  begeisterter
Geist  zu  Nutz  und  Frommen  der  Gesammtheit  und  der
deutschen  Wissenschaft  rastlos  förderte;  doch  so  lange  auch
die  Reihe  dieser  wichtigen  Hervorbringungen  ist,  Rhenanus
Lebensarbeit  ist  damit  noch  nicht  erschöpft.  War  er  bis  1531
vorzugsweise  als  Philolog  und  Herausgeber  von  Kirchenvätern
thätig,  so  gehört  der  Rest  seines  Lebens  —  neben  philologischen
Leistungen  —  vornehmlich  der  historischen  Wissenschaft.  Wie
er  hierin  ein  Bahnbrecher  geworden,  dies  zu  zeigen,  soll  den
Stoff  einer  eigenen  Monographie  bilden.
1  Präfatio  p.  XXIV.  Longe  maiora  de  Plinio  merita  sunt  Beati  Rhenani
egregii  illius  inter  Germanos  saee  XVI.  philologi,  qui  uti  multis  aliis
seriptoribus  latinis  in  Plinio  quoque  utilissimara  nanasset  operam  1526,
1531  ep.  ad.  Pirkheimer  (soll  wo]  Puchaimer  heissen)  .  .  .  non  solum
conjecturis  ingeniosis  multos  locos  (!)  emendauit  et.  Ueber  die  benutzten
Handschriften  finden  sich  bei  Sillig  Auskünfte.  Die  Murbacher  Handschrift ­
  ist  nach  Ruhnken  Prüf,  ad  Velleium  p.  11  leider  verloren.
            
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