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Horawitz. Des Beatus Rhenauus literarische Thätigkeit.
haben einen sehr verschiedenen Werth. Neben den scharfsinnigsten
durch ihre geniale Einfachheit unser Staunen
erregenden Textrettungen linden sich wohl auch häufig ganz
haltlose und es scheint mir, dass sein grübelnder Scharfsinn
und Fleiss ihn öfter habe über das Ziel hinausschiessen
lassen.
Doch wie dem auch sei, sein Verdienst um die Texteskritik
des Plinius ist unbestritten, auch einer der letzten
Herausgeber J. Sillig rühmt ihn als ausgezeichneten Philologen,
dessen Verdienste um Plinius bei weitem grösser seien, als die
seiner Vorgänger. 1
Wir hatten Gelegenheit die eminente Thätigkeit und
wachsende Kraft des ßhenanus während der Jahre 1508—1531
zu beobachten; zahlreich und werthvoll sind die Werke, die
sein reger, für das Christenthum, wie für die Antike begeisterter
Geist zu Nutz und Frommen der Gesammtheit und der
deutschen Wissenschaft rastlos förderte; doch so lange auch
die Reihe dieser wichtigen Hervorbringungen ist, Rhenanus
Lebensarbeit ist damit noch nicht erschöpft. War er bis 1531
vorzugsweise als Philolog und Herausgeber von Kirchenvätern
thätig, so gehört der Rest seines Lebens — neben philologischen
Leistungen — vornehmlich der historischen Wissenschaft. Wie
er hierin ein Bahnbrecher geworden, dies zu zeigen, soll den
Stoff einer eigenen Monographie bilden.
1 Präfatio p. XXIV. Longe maiora de Plinio merita sunt Beati Rhenani
egregii illius inter Germanos saee XVI. philologi, qui uti multis aliis
seriptoribus latinis in Plinio quoque utilissimara nanasset operam 1526,
1531 ep. ad. Pirkheimer (soll wo] Puchaimer heissen) . . . non solum
conjecturis ingeniosis multos locos (!) emendauit et. Ueber die benutzten
Handschriften finden sich bei Sillig Auskünfte. Die Murbacher Handschrift
ist nach Ruhnken Prüf, ad Velleium p. 11 leider verloren.