Des Beatus Rlienanus literarische Thätigkeit.
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Ungeheuern (portentis) herumschlägen, aber allen Eckel und
alle Mühe bei dieser Arbeit überwand der. Hinblick auf den
grossen Nutzen, den diese für die Schüler und Freunde der
Wissenschaft haben müsste. Und Rhenanus begnügte sich nicht
damit, eine andere Lesart aufzustellen, sondern er bemühte sich
auch die Gründe anzugeben, warum er glaube, gerade so lesen
zu müssen. Er thut dies beileibe nicht (me hercle) wegen
jener Händelsüchtigen, die dem Castigator keinen Glauben
schenken, sondern der Lernbegierigen halber, denen er
den Weg zur Emendation der bewährtesten Autoren nicht
verbergen wolle. ,Ihn kennen gelernt zu haben wird Jenen
vielleicht nützen, die mit der Reinigung des Pliniustextes gegenwärtig
in Italien und Deutschland beschäftigt sein sollen, denen
ich gerne die Kunst gezeigt haben würde, durch die sie meiner
Arbeit nicht bloss gleichkommen, sondern sie auch weitaus
übertreffen, durch die sie mich dort, wo ich gefehlt, mahnen
lind ausbessern können. Denn dies möchte ich zu versprechen
wagen, wenn die Gelehrten jenen Weg, den Schriftwerken der
Alten zu helfen, betreten wollen, den ich gezeigt, so werden
sie nicht bloss den Plinius völlig gereinigt besitzen, sondern
auch andere Autoren/ Denn einen Autor, welcher der Emendation
gar nicht bedürfte, giebt es nicht. Scharf geht er sodann
auf die missglückten Emendationsversuche über, welche Interpreten
und Professoren im völligen Unverständniss dieses Autors
gemacht. 1 Mit überlegener Heiterkeit lächelt er über den köstlichen
Anblick, den zwei solcher Interpreten gewähren, die
sich ingrimmig mit Schmähungen zerfleischen, während doch
Jeder von Beiden irrt und keiner den rechten Sinn des
Plinius erfasst hat. Bei so verderbten Handschriften richtet
man die Sache nicht bloss mit Conjecturen, dies führt allemal
zur Unsicherheit. Daher wird der Bearbeiter der Lobenswerteste
sein, der seine Gedanken öffentlich äussert, besonders
dann wird er unsere Gunst verdienen, wenn er frei von Hartnäckigkeit
im Behaupten ist und sich vom Schimpfen fernhält.
Das ist der einzige und beste Weg zur Herstellung der
1 Doch stets versöhnlich fügt er die Worte hinzu: De qua tarnen re non
admodum rairor, cum impossibile sit, e corrupta lectione diuinare, quidnam
significare uelit.