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H o r a w i t z.
Plinius das einer Bibliothek gleicht, rein und unversehrt zur
Nachwelt gelange. Mit Anerkennung gedenkt er sodann der
Gelehrten, die sich um die Emendation des Plinius ein Verdienst
erworben, vor Allem des Hermolaus Barbarus, 1 der dem
Hercules ähnlich 2 , als der Erste gewagt mit den Ungeheuern
im Plinius den Kampf zu beginnen. Auch war seine Bemühung
nicht ohne Erfolg. An zahlreichen Orten wurde der edle
Schriftsteller durch ihn wieder hergestellt, der früher vielfach
unverständlich und desslialb verachtet und vernachlässiget
wurde. Dieser Erfolg regte auch andere Gelehrte zur Säuberung
des Pliniustextes an, freilich taugten ihre,Castigationes'mit denen
des Hermolaus verglichen beinahe nichts. Neben ihm lobt er
noch den Wilhelm Budaeus der Grosses geleistet, weil er
nichts ohne alte Handschriften arbeitet; diese durchforscht und
vergleicht er. Das ist auch dem Rhenanus die rechte Methode.
Er kommt nun in sein eigentliches Fahrwasser und fährt eifrig
fort: Und wahrhaftig so ist es; auf die alten Handschriften
muss der zurückgehen, der sich in der Wiederherstellung der
Schriftsteller Lob verdienen will. Denn dies ist der sicherste
Weg zur Ausforschung der reinen Lesart aus den Flecken
(mendis) und Ueberbleibseln der alten Exemplare die echte
Schreibung herauszufinden, d. i. aurum e stercore colligere.
Die Conjecturen, die aus dem Verstände geschöpft sind, erweisen
sich meist eher als trügerisch, denn die den Spuren
der Handschrift entnommenen. Auch Hermolaus Barbarus
täuschte sich in dieser Hinsicht oft, da er mehr besorgt war,
verderbte Stellen mit Angaben beim Aristoteles zu vergleichen,
als mit den Manuscripten. ,Ich erdichte nichts, berühmtester
Johannes! Das, was ich sage, hat mich die Schule der Vergleichung
(collationis experientia) gelehrt.' Eine schwere Arbeit
war es, die er unternommen, auch er musste sich mit
1 Er nennt ihn: uir tum Utens, tum honestate uitae, dum in humanis
ageret, prorsus incomparabilis. Auch Sillig Plinii Secundi Naturalis
liistoria 1851 lobt ihn (Prüf. XXIII.) sehr.
2 Dieser Vergleich begegnet uns später noch S. 23. Vgl. auch über Hermolaus
Barbarus die genaue Ausführung S. 22.
3 Qui uir aetatem nostram unice exornat, magnum ubique decus Galliae
suae concilians, sagt Ehenanus von ihm. Er meint offenbar dessen Werk
,de asse.‘ Venedig 1522. Khenanus selbst spricht ja S. 101 von diesem