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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Des  Beatus  Rlienanus  literarische  Thätigkeit.

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Exemplars  und  wünscht,  dass  die  hohen  geistlichen  Würdenträger ­
  Roms  für  die  kritische  Ausgabe  der  Kirchenväter  Sorge
tragen  möchten;  an  sehr  alten  Handschriften  und  gelehrten
Männern  sei  doch  zu  Rom  kein  Mangel.  —
Die  Recognition  des  Rhenanus  versah  die  Ausgabe  mit
Randnoten,  die  oft  kleine  Commentare  werden,  sowie  er  denn
auch  viele  Lesarten  besserte.  Die  Rücksicht  auf  die  Lernbegierigen ­
  und  Studenten  der  Theologie  leitete  ihn  auch  hier
und  liess  ihm  auch  die  sog.  Idistoria  tripartita  anreihen,  trotzdem ­
  er  sich  über  ihre  Entstehung  und  ihren  Werth  nicht
täuschte.  1  Mühe  genug  schuf  ihm  diese  Arbeit,  bei  der  ihm
aber  doch  eine  griechische  Handschrift  des  Theodoritus  zu
Statten  kam,  die  ihm  die  Predigermönche  aus  der  Bibliothek
des  Cardinais  Johannes  von  Ragusa  geliehen  hatten.  Auch  in
dieser  Arbeit  tritt  uns  sein  strengkirchlicher  Sinn  und  bereits
ein  Keim  jener  ängstlichen  Besorgniss  entgegen,  die  ihn  später
der  Sache  der  Reformation  völlig  entfremdete.  Als  er  von  der
getreuen  Schilderung  des  Arianismus  spricht,  bemerkt  er:  ,Wenn
man  dies  liest  —  wie  jener  aus  kleinen  Anfängen  bis  zu
solchem  Verderben  für  die  Welt  entbrannte  —  so  muss  man
befürchten,  dass  auch  wir  durch  unsere  allzu  heftigen  Streitigkeiten ­
  in  ähnliches  Unheil  gerathen.  Anfänglich  hätte  man  dem
Arianismus  wehren  können;  wie  viel  Blut  aber  ist,  als  der
Streit  länger  währte,  auf  beiden  Seiten  vergossen  worden!
Sehr  wahr  sagt  Plautus:  Feliciter  sapere  qui  alieno  periculo
sapiant/  Den  Schluss  der  Epistel  bilden  Lobsprüche  auf  Turzo,
der  ihn  durch  die  Schenkung  einer  Schale  und  einiger  Römermünzen ­
  hoch  erfreute. 2  Dem  folgten  einige  kurze  Angaben

1  Von  der  Tripartita  iiussert  er:  Nullus  apud  Latinos  extet  über  pari  inseitia
  uel  socordia  traetatus,  nullus  prodigiosioribus  maculis  contaminatus:
peruersionem  dicas,  non  uersionem.  Das  Zeitalter  Cassiodor’s  nennt  er
unglücklich  quando  cum  Romano  Imperio  optimis  simul  literis  profligatis
barbaries  apud  Italos  non  solum  in  Palatio,  sed  etiam  in  scholis  regnare
coepit.  Ueber  seine  Arbeit  daran  bemerkt  er:  Nam  qui  primo  nolebam
esse  ingeniosus  in  alieno  libro,  dum  tot  soloecismis  et  barbarismis  offendor
cogor  uel  inuitus  quosdam  insigniores  ac  intolerabiliores  lapsus  castigare....
uide  uel  emendando  uel  mutando  nihil  profici,  nisi  denuo  quis  interpretatur,
ita  misere  uertit  Epiphanius.
2  Unde  merito  ingratus  censeri  debeam,  si  non  adnitar,  ut  tanti  Principis
liberalitati  lucubratiunculis  meis  qua  licet  respondeam  et  paratissimi
            
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