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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

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Horawitz.

mitgetheilt,  freilich  Reste,  die  uns  ahnen  lassen,  von  welcher
Bedeutung  jene  waren,  die  durch  die  Nachlässigkeit  der  Vorfahren ­
  zu  Grunde  gingen.  Ja  wir  würden  den  Egesippus,
Iustinüs,  Dionysius  von  Korinth,  den  Melito  von  Sardes,  CI.
Apollinaris  von  Hierapolis,  Dionysius  von  Alexandria  und  selbst
den  Irenaus  nicht  kennen,  wenn  Eusebius  nicht  Fragmente  aus
ihren  Werken  mitgetheilt  hätte.  Rhenanus  meint,  auch  der  h.
Hieronymus  habe  die  Daten  seines  Cataloges  aus  Eusebius  geschöpft. ­
  Und  weiters  legt  er  dar,  wie  schön  es  sei,  wenn  es
auch  nicht  nothwendig  wäre  zu  erfahren,  was  die  ausgezeichneten
Märtyrer  gelitten  hätten,  mit  welcher  Freudigkeit  und  Ausdauer
sie  die  furchtbarsten  Qualen  erduldeten,  was  hinwieder  die  römischen ­
  Kaiser  und  Präsides  gegen  die  Ausbreitung  des  Christenthums ­
  versuchten.  Alles  dieses  hat  Eusebius  mit  Treue  beschrieben, ­
  so  dass  ihn  Basilius  mit  Recht  ai*töicwco?  nennen
konnte.  Desto  mehr  wundert  sich  Rhenanus  über  das  Urtheil
des  Pabstes  Gelasius,  der  die  Lectüre  des  Eusebius  verbieten
wollte.  Auch  gegen  die  Zweifler  an  der  Echtheit  der  Geschichte
des  Eusebius  wendet  er  sich  und  zwar  in  recht  derber  Weise.
(Quod  ....  legitur,  Historia  Eusebii  Pamphili  apocrypham  esse,
ab  aliquo  asino  adjectum  est.)  Im  Verlaufe  seiner  Vertheidigung
des  Eusebius  kommt  er  zu  Darlegungen,  die  für  seine  religiöse
Auffassung  von  Bedeutung  sind.  Er  wendet  sich  gegen  die,
welche  den  Wundern  entgegenkläffen  und  erklärt  den  gläubigen
Sinn  der  alten  Christen  aus  ihrer  Einfalt,  aus  jener  Einfalt,
die  mehr  christlich  sei,  als  der  vorwitzige  Scharfsinn,  welcher
der  Natur  das  Meiste,  der  göttlichen  Vorsehung  aber  ganz
wenig  zuschreibe.  1  Er  beleuchtet  sodann  die  Thätigkeit  des
Interpreten  Ruffinus,  den  er  nur  einen  Paraphrasten  nennen
kann,  da  er  nach  Willkür  zusetzt  und  auslässt,  das  beweisen
seine  Uebersetzungen  der  Predigten  des  G.  v.  Nazianz  und
des  Josephus.  Lebhaft  bedauert  er  den  Abgang  eines  griechischen
1  Atque  hoc  sane  modo  compeseendi  sunt  importuni  quidam  miraculis  semper
obgannientes,  ut  sciant  uetereis  Christianos  ea  flösse  in  CHRISTVM
gratitudine  et  obseruantia,  ut  quidquid  uspiam  bonae  rei  accideret,  uel
noxiae  auferretur,  id  coelesti  numini  imputarent,  per  sanctos  uiros  uelut
organa  quaedam  operanti.  Sic  morborum  ac  tempestatum  depulsls  et
exitialium  bestiarum  amolitio,  apud  illos  cottidie  miraculorum  numerum
augebant  et  sanctis  hominibus  uenerationem  conciliabant.
            
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