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Hora w-itz.
Die Corruption einer Stelle im Buche ad Scapulam veranlasst
Rhenanus wieder über den Mangel der Codices von
Fulda, Gorze und Rom Klage zu führen. Bei dieser überhasteten
Ausgabe habe er dem Leser seine Einfalle (quod mihi
in meutern uenit) nicht verhehlen wollen, wenn sie ihm auch
nicht genügten. 1 Ein anderes Bedenken drückt ihn im Argumente
des Buches de monogamia (S. 507), das Buch — er
kann es nicht läugnen — ist ketzerisch, auch Hieronymus hat
es ein gegen die Kirche geschriebenes genannt. Das muss er —
und dies zeigt seinen kirchlichen Sinn — seinen Lesern gleich
hier sagen, damit sie wie durch ein Gegengift geschützt, ohne
Schädigung der besseren Ansicht durch dieses Werk hindurchkämen.
Auffallend ist es, dass er sich über den Apologeticus,
gewiss eine der gehaltvollsten und vorzüglichsten Schriften
Tertullians 2 , in der auch an Notizen über die Einrichtungen
der ältesten christlichen Kirche kein Mangel ist, im Argumente
so kurz fasst. —
Ein ganz eigenthümliches Nachwort schliesst die Ausgabe
der Werke Tertullian’s, ein Nachwort, das beinahe hybrid
erscheint. Denn wenn es damit beginnt, ganz kirchlich den
Lesern des nun abgeschlossenen Werkes in einer Beigabe von
Definitionen der Glaubenssätze ein Gegengift gegen die Irrthümer
des Tertullian zu geben, so ist der Schluss direkt gegen
die übermässige Entwickelung der Dogmatik in der gegenwärtigen
Kirche gerichtet. Er sehnt sich ganz rückhaltslos nach
1 Es fehlt hier nicht an Aeusserungeu, die für die Art, wie Ehenanus
notirtc, recht bezeichnend sind, z. B. S. 497: Possem uariam
lectionem ostendere, nisi scirem huiusmodi coniectura.s
magis inuoluere lectorem quam expedire. Reliquimus autem
uerba Graecanica quemadmodu reperimus in exemplari, ut hic etiam
alij se exerceant. Oder wenn er im Argum. z. B. de pallio S. 528
sagt: Hic über tarn est corruptus, ut nulla propemodum sententia citra
offensam legi queat. Nec quisquam credet hic aliquid a nobis restitutum,
nisi qui Hirsaugiensem codicem inspexerit. Ineptum autem
censuimtis, marginem chartarum coniecturis opplere, in
quibus plerunque nihil est certitudinis, Consulantur antiqua
exemplaria, quae scimus extare Eomae, Fuldae et Gorziae, prope
Metensem urbem. Maluissem illorum sequi Consilium, qui suam lectionem
seorsim annotant., sed non uacabat.
2 Möhler Patrologie I. 706.