Des Beatus Rhenanus literarische Tliätigkeit.
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Wolgefallen bei der Betrachtung der alten einfachen Gebräuche
,utinam redeat‘ ruft er einmal aus, ,ad nos ista consuetudo
CHRISTI praecepta frequenter mentibus hominum inculcandi b
Es scheint ihm auch an der Zeit, sich um die Vergangenheit
des Christenthums einmal ernstlich zu bekümmern, nachdem so
Viele die heidnische Geschichte Ins in’s Kleinste (ad unguem)
durchstöbern und so davon eingenommen sind, dass sie im
Leben kaum einmal an Christus denken können. Wiederum
also im Gegensätze gegen die unchristlichen Verehrer des
Heidenthums unter den Gelehrten! Ja, wo man es nicht suchen
möchte, mitten unter philologischen Conjecturen, fehlt es nicht
an Hinblicken auf die Zeit und ihre Schattenseiten. Tertullian,
meint Rhenanus, habe es wohl niemals geglaubt, dass Christen
mit Waffen sich bekämpfen würden. Aber zu diesem Wahnsinn
sind wir gekommen. Heutzutage kämpfen nicht blos die Weltlichen
mit einander, sondern auch die Geistlichen, die Christus
und seine Apostel uns vorstellen sollen. — Das Argument zum
Buche ad Martyras ist kurz und ganz sachlich gehalten, 1 in
gelehrte Excurse lässt sich Rhenanus dagegen in der Einleitung
zum berühmten Buche Tertullians zum Liber de poenitentia
ein. Auch hier zeigt er wieder eine grosse Belesenheit und
stattliche Quellenkenntniss, auch hier sucht er die Gelehrten
auf vergessene Bücher aufmerksam zu machen und zur Erforschung
der christlichen Alterthümer anzuregen. 2
1 Fremde Ausdrücke erklärt Rhenanus in einem Anhänge zum Argumente
S. 427. z. B. Agonothetes est is, qui certamen instruit praemiis
propositis. Latini Munerariu appellant, oder Xystarches, Epistates,
Scannna u. s. w.
2 S. 433. Poenitentiariü Theodori imitati sunt Betanus presbyter, Rabanus
et alii ueteres, quorum lucubrationes in simili argumento passim extant
in antiquis bibliothecis : no penitus indignae quae legantur ab iis praesertim
qui sunt curiosi Christianae uetustatis indagatores. Zahlreich sind die
Autoren, auf die er sich beruft, z. B. Theodor Erzbischof von Cambridge,
Theodulf von Orleans, Beda, wie Basilius, Hieronymus, Isidor, Pabst Leo,
Thomas von Aquin, Scotus und — Johannes Geiler grauis ac sanc.tus
Theologus. Auch an einem anderem Orte (Argument zum Buche aduersus
Marcionem 1. III. S. 193) als er von den sog. Milliariern spricht, weiss
• er genau, wer von bedeutenden Schriftstellern dazu gehört nemlich:
Lactantius, Victorinus, Seuerus, Irenaus und Apollinaris. Ich bemerke
hiebei noch, dass er den oft citirten Cyprian (p. 458 Argum. zum über
de habitu muliebri) imitator Tertulliani nennt.
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