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H o r a w i t z.
Rhenanus im Argumente zum Buche : ; Adversus Judaeos', ist
aus den Paulinischen Briefen bekannt. Kein Volk hat jemals
mehr die Andersgläubigen gehasst, keines war hinwiederum
Allen so widerwärtig, keines hat für seinen Hass als gerechten
Lohn so unversöhnlichen Hass davongetragen, als eben das
jüdische. Eben so bemerkenswert erscheint der in mehreren
Argumenten (z. B. in dem zum fünften Buche adversus Marcionem
S. 296 und dem zum Buche adversus Ilermogenem
S. 337.) zu Tage tx-etende Aei’ger über die , Philosophen, welche
die Pati’iarchen der Ketzer seien', durch ,deren Geist jede Irrlehre
ermuntert wei’de'. Vielleicht möchte man auch hier den
Humanisten eixkennen, welcher sich an den missvei'standenen
Aristoteles als Quelle so vieler Irrthümer erinnerte. Wahrscheinlicher
noch aber ist es der Gegensatz des entschiedenen
Christen dem philosophirenden Heidenthum gegenüber. Für
diese Auffassung spricht namentlich der Satz : (in Axguinente
zum Liber aduei’sus Valentinianos S. 361) Vide quantum
Christianismo semper nocuerit philosophia. 1 Hier zeigt sich
auch der Gegensatz gegen die italienischen Skeptiker und aufgeklärten
Indifferentisten. — Im Uebrigen findet er das Buch
gegen Hermogenes sehr gelehrt aber leider auch in erstaunlicher
Weise verdorben. Einiges suchte er herzustellen, 2
er hoffte aber von der Arbeit Späterer noch Vieles. Dem Buche
de corona militis geht eine Reihe von Annotationes voraus
(S. 408—414) zum Zwecke, die Cei-emonien zu erklären, deren
sich die ältesten Christen bedienten. Rhenanus thut dies sowol
nach den Angaben Tertullians, als auch andei-er alten Quellen.
Dabei zeigt er sich sehr begiei’ig, ausfühi'lich über die christlichen
Antiquitäten zu belehren, er verweilt mit sichtlichem
1 Rhenanus macht dabei noch folgende Bemerkungen : Is (Valentinus der
Platoniker) autem tanto facilius potuit, quanto Platoni magis solenne est,
suam philosophiam quibusdam obumbrare figmentis, in cujus ille -schola
fuerat uersatus. Itaque naenias exeogitauit Platonicis numeris obscuriores
et Silenis Alcibiadeis re ipsa magis ridiculas, non in speciem tantum,
quas suis sectatoribus uelut mera diuinitatis mysteria proponebat. Cupiebat
hic prestigiator purissimae simplicissimaeque religioni Christianae, Platonicas
fabulas inuehere. . . Adversus eos hoc agit (Tertullian) uolumine,
peregrinis et coactis nominibus uanitatem suam tegentes.
2 Er geht hiebei sehr vorsichtig zu Werke und fügt jedem seiner Verbesserungsvorschläge
ein fortasse hinzu.