Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

668

H  o  r  a  w  i  t  z.

Rhenanus  im  Argumente  zum  Buche  :  ; Adversus  Judaeos',  ist
aus  den  Paulinischen  Briefen  bekannt.  Kein  Volk  hat  jemals
mehr  die  Andersgläubigen  gehasst,  keines  war  hinwiederum
Allen  so  widerwärtig,  keines  hat  für  seinen  Hass  als  gerechten
Lohn  so  unversöhnlichen  Hass  davongetragen,  als  eben  das
jüdische.  Eben  so  bemerkenswert  erscheint  der  in  mehreren
Argumenten  (z.  B.  in  dem  zum  fünften  Buche  adversus  Marcionem
  S.  296  und  dem  zum  Buche  adversus  Ilermogenem
S.  337.)  zu  Tage  tx-etende  Aei’ger  über  die  ,  Philosophen,  welche
die  Pati’iarchen  der  Ketzer  seien',  durch  ,deren  Geist  jede  Irrlehre ­
  ermuntert  wei’de'.  Vielleicht  möchte  man  auch  hier  den
Humanisten  eixkennen,  welcher  sich  an  den  missvei'standenen
Aristoteles  als  Quelle  so  vieler  Irrthümer  erinnerte.  Wahrscheinlicher ­
  noch  aber  ist  es  der  Gegensatz  des  entschiedenen
Christen  dem  philosophirenden  Heidenthum  gegenüber.  Für
diese  Auffassung  spricht  namentlich  der  Satz  :  (in  Axguinente
zum  Liber  aduei’sus  Valentinianos  S.  361)  Vide  quantum
Christianismo  semper  nocuerit  philosophia.  1  Hier  zeigt  sich
auch  der  Gegensatz  gegen  die  italienischen  Skeptiker  und  aufgeklärten ­
  Indifferentisten.  —  Im  Uebrigen  findet  er  das  Buch
gegen  Hermogenes  sehr  gelehrt  aber  leider  auch  in  erstaunlicher ­
  Weise  verdorben.  Einiges  suchte  er  herzustellen,  2
er  hoffte  aber  von  der  Arbeit  Späterer  noch  Vieles.  Dem  Buche
de  corona  militis  geht  eine  Reihe  von  Annotationes  voraus
(S.  408—414)  zum  Zwecke,  die  Cei-emonien  zu  erklären,  deren
sich  die  ältesten  Christen  bedienten.  Rhenanus  thut  dies  sowol
nach  den  Angaben  Tertullians,  als  auch  andei-er  alten  Quellen.
Dabei  zeigt  er  sich  sehr  begiei’ig,  ausfühi'lich  über  die  christlichen ­
  Antiquitäten  zu  belehren,  er  verweilt  mit  sichtlichem
1  Rhenanus  macht  dabei  noch  folgende  Bemerkungen  :  Is  (Valentinus  der
Platoniker)  autem  tanto  facilius  potuit,  quanto  Platoni  magis  solenne  est,
suam  philosophiam  quibusdam  obumbrare  figmentis,  in  cujus  ille  -schola
fuerat  uersatus.  Itaque  naenias  exeogitauit  Platonicis  numeris  obscuriores
et  Silenis  Alcibiadeis  re  ipsa  magis  ridiculas,  non  in  speciem  tantum,
quas  suis  sectatoribus  uelut  mera  diuinitatis  mysteria  proponebat.  Cupiebat
hic  prestigiator  purissimae  simplicissimaeque  religioni  Christianae,  Platonicas
  fabulas  inuehere.  .  .  Adversus  eos  hoc  agit  (Tertullian)  uolumine,
peregrinis  et  coactis  nominibus  uanitatem  suam  tegentes.
2  Er  geht  hiebei  sehr  vorsichtig  zu  Werke  und  fügt  jedem  seiner  Verbesserungsvorschläge ­
  ein  fortasse  hinzu.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.