Des Beatus Rhenanus literarische Thätigkeit.
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Setzung aus dem Griechischen in’s Latein, der Andere durch
Ausbesserung des ungelehrt und unrichtig Uebersetzten, (alius
indocte et perperam uersa castigat aut elimat) oder durch
Wiederherstellung verdorbener und Erklärung dunkler Texte
— in einem solchen Zeitalter will auch er nicht ganz ohne
Beitrag (prorsus . . assymbolus) bleiben. Er hielt es desshalb
für der Mühe werth, die Arbeiten des Tertullian herauszugeben,
die Arbeiten jenes nicht bloss alten, sondern auch ausgezeichneten
Schriftstellers, den die Forscher schon seit so vielen
Jahrhunderten entbehrten. Der Zufall führte ihn zur Entdeckung
der Handschrift. Als er nemlich (um 1520) den von einem
Besuche der Schlettstädtersodalität heimkehrenden Zasius (illum
ciuilis prudentiae et optimarum literarum antistitem) nach Colmar
begleitete und daselbst den dortigen Dechant Jakob Zimmermann
, einen grossen Gönner der schönen Studien besuchte,
fand er in dessen reicher Bibliothek eine alte Handschrift, die
Werke des Tertullian enthielt. Diese Handschrift hatte Zimmermann
eben aus dem Kloster Peterlingen mitgebracht und iiberliess
sie nach der Sitte der Zeit bereitwilligst dem Rhenanus,
da er dessen lebhaftes Interesse an der Handschrift sah. Bald
darauf erhielt Rhenanus durch die Vermittlung von Thomas Rapp
und Nicolaus Basellius von dem Abte von Hirschau die daselbst
befindlichen Werke des Tertullian zu leihweiser Benützung,
eine Gefälligkeit, die ihn mit der lebhaftesten Freude erfüllte,
(quos . . accepi non minori gaudio, quam si gemmas mihi
misisset. Clamabam statim o> ty;c eiSai^ovia? felicem me putans,
cui tantus thesaurus obtigisset.) Da nun gerade Froben’s Pressen
stille standen, so liess Rhenanus sogleich den Druck des Tertullian
beginnen, da er bei längerem Säumen befürchten musste,
dass ein anderes Werk die Pressen beschäftigen, die Zeit aber,
für die ihm der Codex geliehen ward, verstreichen könne.
Wären es nicht diese Rücksichten gewesen, die zur Eile
trieben, so wäre Tertullian nicht von Rhenanus herausgegeben
worden. Denn bei hinlänglicher Müsse — sagt er selbst —
würde er die zahlreichen Mängel der Handschriften entdeckt
haben und von der Edition abgestanden sein. In der Hoffnung,
dass die Peterlinger Handschrift der Ilirschauer zu Hülfe
kommen werde, wurde Rhenanus arg getäuscht, denn überall
fanden sich dieselben Fehler, als ob die Eine von der Anderen