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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Des  Beatus  Rhenanus  literarische  Thätigkeit.

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Säuromannus  de  laudibus  Maximiliani  Aug.  Carolo  et  Ferdhiando.
In  der  auf  a  2  folgenden  Epistel  des  Beatus  Rhenanus  an
Lucas  Bathodius,  1  dem  er  die  Ausgabe  widmet,  ergänzt  er
die  Angaben  des  Frohen,  erzählt,  wie  der  Letztere  ihm  die
nur  für  den  Handgebrauch  bestimmte  Abschrift  zur  Drucklegung ­
  herausgewunden  (extorsit)  und  giebt  Aufschlüsse  über
die  Weise,  in  der  er  den  Text  behandelt.  Manches  habe  er
verbessert,  aber  dabei  freilich  nur  seinem  Urtheile  folgen  können,
da  ihm  leider  keine  alte  Handschrift  vorlag.  Sehr  wohl  erkennet ­
  er  die  Bedeutung  einer  solchen,  ohne  sie  —  vorausgesetzt, ­
  dass  sie  nicht  gänzlich  verdorben  ist  —  giebt  es  keine
glückliche  Verbesserung  (quae  enim  felix  castigatio  absque
codice  uetusto,  qui  tarnen  non  omnino  sit  deprauatus!).  Dennoch ­
  habe  er  das  Werk  herauszugeben  gewagt,  da  es*  eine  Bereicherung ­
  und  Ergänzung  unseres  historischen  Wissens  über
die  späteren  römischen  Kaiser  biete.  Wenn  man  des  Eumenius
Rede  liest,  so  wird  man  daraus  erfahren,  dass  es  damals  weder
an  Schriftstellern  noch  an  Rednern  gefehlt  habe,  da  es  auch
an  der  Freigebigkeit  der  Fürsten  nicht  mangelte.  Nun  ist  es
hierin  anders  geworden!  -—  Auch  über  die  Anfügung  der
gleichzeitigen  Panegyriker  erklärt  sich  Rhenanus.  Er  war  es,
der  Froben  diesen  Rath  gab,  nicht  bloss  desshalb,  weil  sie
ihm  als  die  Würdigsten  erschienen,  mit  den  Alten  verbunden
auf  die  Nachwelt  überliefert  zu  werden.  Viele  Bücher  habe
er  schon  durch  eine  solche  Vereinigung  gerettet  gesehen,  die
im  anderen  Falle  zu  Grunde  gegangen  wären. 2  —■
Mit  einer  sehr  werthvollen  Gabe  überraschte  Rhenanus
im  folgenden  Jahre  die  gelehrte  Welt,  nemlich  mit  der  Herausgabe ­
  der  Werke  des  berühmten  Septimius  Tertullianus.

1  Rhenanus  lobt  den  Bathodius  sehr  als  einen  Mann,  den  seiner  Liebenswürdigkeit ­
  wegen  alle  Gelehrte  verehren.  ,Denn  wo  giebt  es  Einen“  ruft
er  aus,  ,in  der  grossen  Stadt  Strassburg,  welcher  die  im  dürftigen  Zustande ­
  ankommenden  Studenten  leutseliger  behandelt,  freundlicher  in  sein
Haus  einlädt,  geschäftiger  hervorzieht  (officiosius  producat)? 1  Expertus
loquar.  (!)
2  Datum  der  Präfatio:  Selestadii  Idibus  Decembribus  AN.  MDXX.  Datum
der  Ausgabe  Basileae  per  Jo.  Frobenium  Men.  XBRI.  An.  MDXX.
            
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