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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

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Hora  witz.

die  ohne  Belege  schreiben,  was  sie  wollen,  ist  er  nicht  gut  zu
sprechen.  Rücksicht  auf  den  Anstand  veranlasst  ihn,  Manches
zu  verschweigen  (significat  aliud  obscoenius,  quam  ut  libeat  exponere),
  desto  lauter  verkündet  er  das  Lob  des  Erasmus,  wo
er  nur  kann. 1
In  den  Scholien  der  ersten  Ausgabe  schon  zeigt  sich  eine
bedeutende  Literaturkenntniss,  er  beruft  sich  ausser  auf  Livius,
Tacitus,  Sueton,  Plinius,  Florus,  Cäsar  und  Homers  Ilias  und
Odyssee  auch  auf  Vergils  Georgicon,  Horatius  (ars  poetica),
Plautus  (Bacchides)  Claudian,  Quin  tili  an,  Gellius,  Ovid,  Catull,
Juvenalis,  aber  auch  auf  Strabo,  Theophrast,  Arrian,  Plutarch,
Ptolemäus,  Euripidas,  Polybius,  Lukian.  Auch  fehlt  es  nicht
an  reichlichen  Excursen  über  die  Geschichte  der  griechischen
Philosophie  über  Plato  nicht  allein,  sondern  auch  über  Anaximander,
  Anaximenes,  Anaxagoras,  Heraklit,  Thaies  (a.  3)  Demokrit, ­
  Epikur,  Pythagoras,  Aristoteles,  die  Stoiker.  Die  Frage
über  die  Urmaterie  und  die  Seele  werden  da  in  ähnlicher  Weise
behandelt,  wie  es  Picus  von  Mirandula  gethan  hat.
Encomium  Caluicie.
An  diese  Schrift  schliesst  sich  das  Encomium  Caluicii
Synesii  Cyrenensis  an.  Sie  wird  eingeführt  durch  ein
Dedicationsschreiben  des  Beatus  Rhenanus  an  den  Pfarrer
von  Schlettstadt  Martinus  Ergerinus.  2  Aus  Italien  ist  ihm
—  so  sagt  Rhenanus  —  die  Abschrift  dieses  Büchleins  zugekommen. ­
  Sein  Lehrer  Kuno  habe  es  daselbst  aus  einem
alten,  nicht  hinlänglich  castigirten  Manuscript  abgeschrieben.
Wenngleich  er  nun  das  Büchlein  selbst  verstümmelt  und  zerrissen ­
  gefunden  habe,  so  sei  es  doch  von  ihm  in  die  Oeffentlichkeit
  gebracht  worden,  um  die  Lernbegierigen  (studiosos)
nicht  länger  eines  so  eleganten  Werkchens  zu  berauben.  Dennoch ­
  verschob  er  den  Druck,  in  der  Hoffnung  ein  griechisches
Exemplar  oder  doch  mindestens  ein  weniger  fehlerhaftes  auf-1

  Quem  equidem  ut  praeceptorem  et  veneror  et  suspicio.  Illic  enim  praeter
eruditionem,  quae  huic  nusquam  deest.
2  Humanissimus  nennt  ihn  Rhenanus  in  der  Dedication  und  sagt  von  ihm
cum  enim  adeo  comatus  sis,  ut  Myconius  (!)  videri  possis.
            
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