Des Beatns Rhenanus literarische Thätigkeit.
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derbt und versteckt wird, und emendirt: Nam -rij? opyij? aegre
senescit vj vic;oq. Aus unvollkommenen Bemerkungen, aus Spuren
des Textes müht er sich diesen herzustellen, vielfach hindern
die Lücken des Manuscriptes jede Conjectur. 1 Die Einschiebungen
gelehrter Männer machen ihm viel Kopfzerbrechen, er
ist häufig geneigt, dieselben als Verunstaltungen auszuscheiden.
Genau giebt er alle Stellen an, welche im Weissenburger Codex
fehlen, auf neun Folioseiten (bisS. 672) giebt er dessen Varianten,
und freut sich, dass er in so kurzer Zeit (in temporis angustia)
freilich mit grosser Mühe die Ausgabe doch in besserer Form
und mit mehr Noten versehen habe erscheinen lassen. 2 Was
nun die Scholien betrifft, so sind sie vorwiegend dem Tacitus
und Sueton entnommen, wie es ja auch spätere Herausgeber
mit ihren historischen Noten nicht anders hielten. Ueberhaupt
zeigt Rhenanus schon um 1515 weitere Kenntnisse der klassischen
Literatur, Livius, wie Plautus werden ausser den oben
genannten citirt. In den Noten von 1529 treten auch Tertullian
,omnis antiquitatis peritissimus' und die Vita Magni Basilii
hinzu. Per parenthesin mag erwähnt sein, dass es Rhenanus
in den Noten von 1529 nicht lassen kann, seine Inschrift auf
den Munatius Plancus (670) mitzutheilen. Die Scholien behandeln
nicht bloss Historisches, sondern auch Geographisches
und Mythologisches; für Wort-, 3 Sach- und Sinnerklärung ist
ziemlich viel gethan. 4 Des Rhenanus Lebhaftigkeit tritt uns
auch hier schon entgegen, er apostrophirt z. B. den Seneca
mit den Worten: o bester Seneca! — Auf die Pseudohistoriker,
1 Ein Beispiel, wie ihn die Schwierigkeiten in Verlegenheit brachten, giebt
er S. 670 b. mit den Worten an: Hüne locum ausim jurare corruptissimum
esse. Nam istae dictiones, Ad hoc veile, plane portenta quaedam sunt
mendarum. Diu hic laboravi, nec quicquam uenit in mentem quod prorsus
probem.
2 Porro gratulandum est. bonis studiis, quod quemadmodum caetera Senece
opera maximis Erasmi nostri sudoribus adamussim castigata nunc in lucem
prodeunt, sic et hoc opusculum aliquanto factum emendatius et magis quam
ante sclioliis illustratum una cum illis in publicum exit.
3 Z. B. Eidus autem per ei diphthongum graecum scriptum est, qua utebantur
antiqui in his, quae I extensum habent, id quod in vetustis inscriptionibus
etiamnum visitur.
4 In der Senecaausgabe des Erasmus begegnen uns in den Scholien unbedeutende
Abweichungen, z. B. Anneus statt Annäus, quur statt cur u. s. w.