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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

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H  o  r  a  w  i  t-  z.

Seneca’s  Ludus.
Das  erste  Stück  aus  der  alten  Literatur  aber,  das  Beatus
Rhenanus  meines  Wissens  herausgab,  erschien  unter  dem  Titel:
Ludus  L.  Annaei  Senecae,  De  morte  Claudij  Caesaris,
nuper  in  Germania  reptus,  cü  Scholijs  Beati  Rhenani.  Dieser
Ausgabe  sind  noch  zwei  Schriften  beigegeben,  nemlich:  Synesius
Cyrenesis  de  laudibus  Caluitij,  Joanne  Phrea  Brittano
interprete  cü  Scholijs  Beati  Rhenani,  und  das  Moriae  Encomion
des  Erasmus  mit  dem  Commentare  des  Gerard  Listrius  ,trium
linguarum  peritiJ  Das  Buch  hat  auf  dem  Collectivtitel  die
Bemerkung:  Apud  Inclytam  Germaniae  Basileam,  auf  dem
Schlussblatte  das  Wappen  Joh.  Frobens  mit  drei  Inschriften
in  lateinischer,  griechischer  und  hebräischer  Sprache  (trilinguis).
Die  Schlussseite  der  Ausgaben  des  Rhenanus  trägt  dieselben
Embleme  an  sich,  hat  aber  oben  die  Bemerkung:  Basileae  In
Aedibus  Joannis  Frobenii.  Mense  Martio  Anno.  .  M.D.XV
unten  die  Worte:  Regnante  Imp.  Caes.  Maximiliano  P.  F.
Augusto.
Auf  der  Rückseite  des  Titelblattes  findet  sich  die  Dedication
  des  Rhenanus  an  Thomas  Rapp  aus  Baden,  Professor
der  freien  Künste.  1  In  ihr  erklärt  der  Herausgeber  den  Zweck,
den  Seneca,  der  treffliche  Philosoph  und  Redner,  mit  der  Abfassung ­
  dieses  Gedichtes  verfolgt  habe.  Der  moralische  Werth
des  Stückes  aber  ist  es  in  erster  Linie,  der  Rhenanus  bewegt
.dieses  neulich  aufgefundene  Fragment  von  Seneca  als  einen
Edelstein  des  Alterthums  herauszugeben,  da  man  ja  das,  was
wir  bei  Andern  tadeln  hören,  zu  meiden  gewohnt  ist.*  Als  einen
anlockenden  Reiz  hat  Rhenanus  zum  Texte  aus  Sueton  und
cbischen  Lesefehler  von  Beatus  herrührt,  steht  nicht  fest,  die  angefügte
lateinische  Emendation  liesse  darauf  schliessen.  —  Am  Schlüsse  der  Sylva
steht:  Argentorati  in  libraria  officina  Matthiae  Schüreri  Mense  Augusto,
Anno  Salutis  MDXI.  Regnante  Imp.  Cas.  Maximiliana  Pio  Foelici  Aug.
1  Er  überhäuft  ihn  mit  grossen  Lobsprüchen  z.  B.  Equidem  dignus  es,  ob
tuuni  in  politioreis  literas  amorem,  ac  eam,  qua  me  non  merentem  colis
observantiam,  quem  reliqui  quoque  mortales  plurimum  a  me  redamari,
cognoscant  Esset  id  a  natura  tua  alienissimum,  qui  cuncta  bonä
consulere  soiitus  es,  atque  hoc  nomine  bene  audis,  omnibus  dilectus,  ut
quem  commendet  humanitas,  expoliant  literae  absolvat  integritas.
            
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