Des Beatus Khenanus literarische Thätigkeit.
647
veranlasste wol die bei ihm (20. Juni) erschienene Ausgabe.
Wie Rhenanus die patriotische Begeisterung für Maximilian —
so ganz im Sinne der Bebel, Peutinger und A. — zu entflammen
bestrebt ist, zeigt auch seine Ausgabe von J. A. M o d e s t i
Umbri carmen ad invictissimum Cesarem Maximilianum, das
1509 bei J. Winterburg erschien, aber schon im nächsten Jahre
durch Rhenanus bei Schürer in Strassburg wieder abgedruckt
wurde. — Theilweise auch Maximilians Verherrlichung verbreitend,
theihveise von ausgesprochen moralisch-lehrhafter
Tendenz ist die um 1511 erschienene Ausgabe der Hymniheroici
des Grafen Joh. Fr. Picus von Mi r and ul a,
die den Titel führt: Joannis Francisci Pici Mirandulani Principis
Concordiaeque Comitis Hymni Heroici tres. Ad Sanctissimam
Trinitatem, ad Christum et ad Virginem Mariam, Unacum
Commentarius Luculentiss. ad Jo. Thomam Filiiun. Ädditis sparsim
ab ipso autore pauculis, que in priori impressione deerant.
Ejusdem Sylva. Ejusdem Staurostichon, hoc est Carmen de
mysteriis Crucis in Germaniam delapsis. (Dieses Gedicht war
an Kaiser Maximilian gerichtet.) Auf der Rückseite des Titelblattes
ist zu lesen : Beatus Rhenanus Studiosis Salutem, darauf
folgt die Vorrede. ,Der Apostel Paulus (diuinissimus) hat das
Wort des Menander, dass schlechte Gesellschaften gute .Sitten
verderben, aufgenommen, auch die Gelehrten haben es bestätigt.'
So beginnt Rhenanus die Vorrede. Eine gewaltige Macht besitze
die Rede, wie die Lectüre. Nicht aus den heidnischen Schriftstellern
aber will Rhenanus Anregungen zu guten Sitten
schöpfen, er hält dies damals noch für unmöglich. Für Christen
ziemen sich Schriften, wie die des Grafen von Mirandula, bei
fleissiger Lectüre derselben zweifelt Rhenanus nicht, dass die
Bildung der Leser ausserordentlich und doch fromm sein werde.
In diesen Hymnen seien nemlich beinahe alle natürlichen und
moralischen Vorschriften enthalten. Einen besonderen Vorzug
an des Picus Werk findet Rhenanus in der Benützung
griechischer Autoren wie des Athenaios, Eustathios, Stephanos,
und Dionysios. 1 —- Jedesfalls verbürgt uns diese Ausgabe des
Picus des Rhenanus Beschäftigung mit platonischer Philosophie.
1 Ygl. auch die Worte: Ex commentariis vero non tarn Theologiea dogmata
et voeum significantias <]. fabularum mysteria (!) graecis citatis
scriptoribus aptissime cognoscetis. — Ob die Angabe der grie-