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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Des  Beatus  Khenanus  literarische  Thätigkeit.

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veranlasste  wol  die  bei  ihm  (20.  Juni)  erschienene  Ausgabe.
Wie  Rhenanus  die  patriotische  Begeisterung  für  Maximilian  —
so  ganz  im  Sinne  der  Bebel,  Peutinger  und  A.  —  zu  entflammen
bestrebt  ist,  zeigt  auch  seine  Ausgabe  von  J.  A.  M  o  d  e  s  t  i
Umbri  carmen  ad  invictissimum  Cesarem  Maximilianum,  das
1509  bei  J.  Winterburg  erschien,  aber  schon  im  nächsten  Jahre
durch  Rhenanus  bei  Schürer  in  Strassburg  wieder  abgedruckt
wurde.  —  Theilweise  auch  Maximilians  Verherrlichung  verbreitend, ­
  theihveise  von  ausgesprochen  moralisch-lehrhafter
Tendenz  ist  die  um  1511  erschienene  Ausgabe  der  Hymniheroici
  des  Grafen  Joh.  Fr.  Picus  von  Mi  r  and  ul  a,
die  den  Titel  führt:  Joannis  Francisci  Pici  Mirandulani  Principis
  Concordiaeque  Comitis  Hymni  Heroici  tres.  Ad  Sanctissimam
  Trinitatem,  ad  Christum  et  ad  Virginem  Mariam,  Unacum
Commentarius  Luculentiss.  ad  Jo.  Thomam  Filiiun.  Ädditis  sparsim
  ab  ipso  autore  pauculis,  que  in  priori  impressione  deerant.
Ejusdem  Sylva.  Ejusdem  Staurostichon,  hoc  est  Carmen  de
mysteriis  Crucis  in  Germaniam  delapsis.  (Dieses  Gedicht  war
an  Kaiser  Maximilian  gerichtet.)  Auf  der  Rückseite  des  Titelblattes ­
  ist  zu  lesen  :  Beatus  Rhenanus  Studiosis  Salutem,  darauf
folgt  die  Vorrede.  ,Der  Apostel  Paulus  (diuinissimus)  hat  das
Wort  des  Menander,  dass  schlechte  Gesellschaften  gute  .Sitten
verderben,  aufgenommen,  auch  die  Gelehrten  haben  es  bestätigt.'
So  beginnt  Rhenanus  die  Vorrede.  Eine  gewaltige  Macht  besitze
die  Rede,  wie  die  Lectüre.  Nicht  aus  den  heidnischen  Schriftstellern ­
  aber  will  Rhenanus  Anregungen  zu  guten  Sitten
schöpfen,  er  hält  dies  damals  noch  für  unmöglich.  Für  Christen
ziemen  sich  Schriften,  wie  die  des  Grafen  von  Mirandula,  bei
fleissiger  Lectüre  derselben  zweifelt  Rhenanus  nicht,  dass  die
Bildung  der  Leser  ausserordentlich  und  doch  fromm  sein  werde.
In  diesen  Hymnen  seien  nemlich  beinahe  alle  natürlichen  und
moralischen  Vorschriften  enthalten.  Einen  besonderen  Vorzug
an  des  Picus  Werk  findet  Rhenanus  in  der  Benützung
griechischer  Autoren  wie  des  Athenaios,  Eustathios,  Stephanos,
und  Dionysios.  1  —-  Jedesfalls  verbürgt  uns  diese  Ausgabe  des
Picus  des  Rhenanus  Beschäftigung  mit  platonischer  Philosophie.
1  Ygl.  auch  die  Worte:  Ex  commentariis  vero  non  tarn  Theologiea  dogmata
  et  voeum  significantias  <].  fabularum  mysteria  (!)  graecis  citatis
scriptoribus  aptissime  cognoscetis.  —  Ob  die  Angabe  der  grie-
            
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