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Horawitz.
dieses Nachdruckes 1 — zum Besten der Jugend unternommen
sei, da sich in diesem Werke F. Andrelinus als unbescholtenen
und sittenstrengen Redner erweise. Der Inhalt der Vorrede ist,
wie die ,Epistolae‘ selbst, durchaus moralisch und spricht die
Absicht aus, der Jugend eine Art von Wegweiser zu einem
guten und glücklichen Lehen in die Hand zu geben. Der
Jüngling wird daraus lernen, wie sehr er die Liebe der Frauen
— die bei Andrelinus c. 5 sehr übel wegkommen — und das
Vergnügen zu fliehen habe, und wie richtig der griechische
Satz sei, den Herrnolaus Barbaras durch die Worte : ,Venter,
pluma, Venus laudem fugienda sequenti' übersetzt. Er wird
daraus lernen, dass man die kostbare Zeit nicht in Trägheit
verbringen dürfe, und man die Müsse als den Ursprung so
vieler Uebel meiden müsse.
Neben dieser moralischen Tendenz fasst er aber auch
den formellen Nutzen in’s Auge, der in der eleganten Latinität
der Epistolae liegt. —
Erst zwei Jahre später begegnen wir wieder einer literarischen
Arbeit des Rhenanus, einer biographischen Leistung,
einer Art von Panegyricus und Gelegenheitsschrift. Es ist die
um 1510 bei Schürer in Strassburg erschienene Vita Joannis
Geileri Cäsaremontani, Primi Concionatoris In Aede Sacrae
Majoris Ecclesiae Argentoratensis. 2 Das kleine dem Dr. theol.
Jodocus Gallus gewidmete Schriftchen ist in guter knapper
Sprache geschrieben und giebt eine kurze nur zweimal durch
Reflexionen über die Verderbtheit der Geistlichen unterbrochene
Schilderung des berühmten Predigers. Als Quellen nennt er
die Mittheilung eines Diener Geiler’s des Religiösen G. Lucelstein
und einen alten Calender, in dem sich viele Notizen (wol
von Geiler selbst) befanden. — Das Wesen Geiler’s wird recht
gut in der Bemerkung zusammengefasst, er sei nicht, wie so
viele im Reden ein Cato, im Handeln aber Sardanapal gewesen,
1 Vgl. Denis Wiener Buchdruckergeschichte 207—8. Die mir vorliegende
Ausgabe ist ein Wiener Nachdruck von J. Singrenius 1520—4. Expensis
II. Werlen. Ehenanus Unterzeichnete die Vorrede : Selestati pridie Calendas
Septemb. Anno MDVIII. Am Schlüsse erwähnt er des Aristoteles mit den
Worten : Aristoteles summus (Pliniano Eulogio) in omni scientia vir.
2 Auch hei der trefflichen Schilderung Geiler’s in der Geschichte von Eisass
von W. Scherer und 0. Lorenz benützt. (B. I. S. 149 ff.)