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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Ueber  einige  Kleidertrachten  des  chinesischen  Alterthums.

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aufwartenden  Obrigkeiten  haben  zur  Zeit,  wo  die  Kriegswagen
ziehen,  nicht  die  hellrothen  Kleider  bereit.  —  Er  befahl  Allen,
ihn  in  Beinkleidern  und  Jacken  1  zu  begleiten. 2
Bei  der  Trauer  um  ^  Yang-ni-tschi,  den  überzähligen ­
  aufwartenden  Leibwächter  der  zerstreuten  Reiter,
sangen  die  aufwartenden  Bewaffneten.  Dieselben  veränderten
ihre  Kleidung,  bevor  sie  sangen.  Die  Obrigkeiten  stiegen  von
den  Stufen  herab  und  £  m  Teng-tschi  zog  ein  einfaches
Kleid  über  das  hellrothe  Kleid.  Nach  den  Gebräuchen  hatte
er  sich  hierdurch  einer  Unterlassung  schuldig  gemacht.  Man  bat,
dass  er  seines  Amtes  entsetzt  werde:  Eine  höchste  Verkündung ­
  besagte,  dass  dieses  geschehen  könne. 3
m  %■  s  Liü-ngan-kuö  war  Heerführer  der  linken
Leibwache.  Ihm  wurde  die  Stelle  eines  Mittleren  der  Geschäfte
verliehen.  Später  wurde  er  wieder  als  Lehensfürst  des  Districtes
  Siang  eingesetzt.  Als  Kaiser  Wu  zu  seiner  Stufe  gelangte,
wurde  Ngan-kuö  durch  wiederholte  Versetzung  ein  Grosser  des
glänzenden  Gehaltes.  Zugleich  wurde  ihm  die  Stelle  eines
beständigen  Aufwartenden  der  zerstreuten  Reiter  verliehen.
Ngan-kuö  war  erfreut,  dass  ihm  Schmuck  übergeben  wurde.
Er  sagte  zu  seinem  Sohne:  Du  wirst  später  nicht  Beinkleider
und  Jacke  tragen.  Du  wirst  einherjagen  und  mit  Geschäften
betraut  werden  in  einfachen  Kleidern.  Es  verdriesst  mich  noch
immer,  dass  man  von  dir  nicht  sagt,  du  solltest  eine  Obrigkeit
in  hellrothen  Kleidern  sein.  4
M  ^  Ho-ping-schö  war  von  Angesicht  überaus
weiss.  Kaiser  Wen  von  Wei  muthmasste,  dass  er  sich  schminke.
An  einem  Sommertage  rief  er  ihn  und  gab  ihm  einen  heissen
Kuchen.  Nachdem  Ping-schö  ihn  gegessen  hatte,  brach  bei  ihm
starker  Schweiss  aus.  Er  wischte  ihn  mit  dem  hellrothen  Kleide
ab.  Seine  Farbe  wurde  wieder  glänzend  weiss.  Jetzt  erst
glaubte  es  der  Kaiser. 5

1  Beinkleider  und  Jacken  sind  Reitkleider.
2  Die  weiteren  Erklärungen  der  Unternehmungen  des  Zeitraumes  I-hi  von
Tsin  (405  bis  418  n.  Chr.).
3  Die  weiteren  Erklärungen  der  Unternehmungen  des  Zeitraumes  Yuen-kia
von  Sung  (424  bis  453  n.  Chr.).
4  Das  Buch  von  Tsi.
5  Der  Wald  der  Worte.
Sitzt),  d.  phil.-liist.  CI.  LXXI.  Bd.  UI.  Hft.

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