Ueber einige Kleidertrachten des chinesischen Alterthums.
577
aufwartenden Obrigkeiten haben zur Zeit, wo die Kriegswagen
ziehen, nicht die hellrothen Kleider bereit. — Er befahl Allen,
ihn in Beinkleidern und Jacken 1 zu begleiten. 2
Bei der Trauer um ^ Yang-ni-tschi, den überzähligen
aufwartenden Leibwächter der zerstreuten Reiter,
sangen die aufwartenden Bewaffneten. Dieselben veränderten
ihre Kleidung, bevor sie sangen. Die Obrigkeiten stiegen von
den Stufen herab und £ m Teng-tschi zog ein einfaches
Kleid über das hellrothe Kleid. Nach den Gebräuchen hatte
er sich hierdurch einer Unterlassung schuldig gemacht. Man bat,
dass er seines Amtes entsetzt werde: Eine höchste Verkündung
besagte, dass dieses geschehen könne. 3
m %■ s Liü-ngan-kuö war Heerführer der linken
Leibwache. Ihm wurde die Stelle eines Mittleren der Geschäfte
verliehen. Später wurde er wieder als Lehensfürst des Districtes
Siang eingesetzt. Als Kaiser Wu zu seiner Stufe gelangte,
wurde Ngan-kuö durch wiederholte Versetzung ein Grosser des
glänzenden Gehaltes. Zugleich wurde ihm die Stelle eines
beständigen Aufwartenden der zerstreuten Reiter verliehen.
Ngan-kuö war erfreut, dass ihm Schmuck übergeben wurde.
Er sagte zu seinem Sohne: Du wirst später nicht Beinkleider
und Jacke tragen. Du wirst einherjagen und mit Geschäften
betraut werden in einfachen Kleidern. Es verdriesst mich noch
immer, dass man von dir nicht sagt, du solltest eine Obrigkeit
in hellrothen Kleidern sein. 4
M ^ Ho-ping-schö war von Angesicht überaus
weiss. Kaiser Wen von Wei muthmasste, dass er sich schminke.
An einem Sommertage rief er ihn und gab ihm einen heissen
Kuchen. Nachdem Ping-schö ihn gegessen hatte, brach bei ihm
starker Schweiss aus. Er wischte ihn mit dem hellrothen Kleide
ab. Seine Farbe wurde wieder glänzend weiss. Jetzt erst
glaubte es der Kaiser. 5
1 Beinkleider und Jacken sind Reitkleider.
2 Die weiteren Erklärungen der Unternehmungen des Zeitraumes I-hi von
Tsin (405 bis 418 n. Chr.).
3 Die weiteren Erklärungen der Unternehmungen des Zeitraumes Yuen-kia
von Sung (424 bis 453 n. Chr.).
4 Das Buch von Tsi.
5 Der Wald der Worte.
Sitzt), d. phil.-liist. CI. LXXI. Bd. UI. Hft.
37