Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Ueber  das  md.  Arzneibuch  des  Meisters  Bartholomaeus.

527

trewn  mit  ym  vmb  gen.  Yerstillt  man  ym  awer  icht  so  leg  ez  vndter
daz  liawpt  so  siecht  er  den  diebpt  (!)  in  dem  slaff  mit  aller  seyner  gestalt, ­
  daz  wizz  für  war  vnd  ist  pewaert.

Zu  Nummer  1  oder  der  Lunatica  habe  ich  nichts  zu  bemerken. ­
  Nummer  2—5  ist  eine  vollständig-  neue  Darstellung
des  Aberglaubens,  der  mit  dem  Eisenkraut  getrieben  ward.
Besonders  merkwürdig  ist  die  Formel  in  Nummer  2.  Uebrigens
  hat  der  Verfasser  dieser  Darstellung  die  ältere  vor  sich
gehabt,  wie  man  aus  dem  Schlüsse  von  Nummer  4  und  aus
der  ganzen  Nummer  5  ersieht,  wo  die  Einstimmung  mit  der
älteren  Fassung  eine  nahezu  wörtliche  ist.  H.  Hoffmann  von
Fallersleben  hat  bereits  Fundgruben  I,  326  bemerkt,  dass
die  Lehre  vom  Eisenkraut  nicht  ganz  zum  Mac  er  stimme.
Er  hat  auf  den  Mac  er  von  Ranzow  (Lipsiae.  1590.  8°.)
hingewiesen  und  auf  eine  alte  Hs.  des  Apuleius  in  der  Bibliothek ­
  zu  Breslau.  Eine  solche  bedeutend  vom  gedruckten  Texte
abweichende  Pg.  Hs.  wird  unter  93  auch  in  der  k.  k.  Hofbibliothek ­
  verwahrt  und  schon  Endlicher  hat  unter  CCLXXV
auf  die  beiden  Hss.  in  der  Laurentiana  Bandini  III,  36  ff.
aufmerksam  gemacht,  von  denen  die  jüngere  aus  dem  XIII.
Jahrhundert  mit  der  Wiener  in  der  Anordnung  und  den
Bildern  übereinstimmt,  die  ältere  aus  dem  XI.  Jahrhundert
mit  langobar  di  scher  Schrift  noch  einzelne  unversehrte  Stücke
des  Apuleius  zu  enthalten  scheint.  Auch  zu  Leyden  liegt
ein  solcher  Apuleius  als  eine  Hs.  ,horrendae  vetustatisJ 1

1  Bandini  hat  einige  der  ,Precationes‘  bekannt  gemacht  aus  der  jüngeren
Florentiner  Hs.,  so  die  ,Precatio  eiusdem  herbe 1  nämlich  Vettonicae
1.  c.  36,  dann  39  ,Precatio  eiusdem  herbe 1  nämlich  Erifion  und  endlich  der
Basilica.  Die  Wiener  Hs.  93  enthält  noch  mehr.  Ich  setze  alle  her
und  zum  Gebrauch  für  die  deutschen  Mythologen  auch  die  bei  Bandini
gedruckten.  Alles  in  Klammern  gesetzte  ist  von  einem  christlichen  Fanatiker ­
  ausradiert  und  aus  Bandini  ergänzt.  Dieser  nämliche  Fanatiker
hat  auch  die  ,Precatio  omnium  herbarum 1  f.  4 r  und  die  Precatio  zur  ,Dea
saneta 1  der  ,magna  mater  diuum*  durch  Kasuren  und  Correcturen  ins
Christliche  an  den  ,Deus  magnus 1  umzuarbeiten  gesucht,  die  heidnischen
Texte  stehen  bei  Bandini  und  einer  bei  Endlicher  1.  c.
Die  Formeln  lauten:
f.  5 V .  zur  vettoniea.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.