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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

514

Haupt.

Einer  hande  saltz  daz  heizet  der  prister  saltz.  wen  in  den  ziten
der  propheten  hern  hcdyseus  vii  liern  lielyas  nvtzten  iz  die  pristere  wan
iz  gut  ist  wider  des  houbtes  wetagen  vn  yngemaoli  etc.
7  (XIV)  Vnse  herregote  wyssate  hye  vor  eyme  iudeschim  prister
wie  iar  stdn  seholden  etc.
In  dieser  Hs.,  das  heisst  in  diesen  geretteten  Blättern
einer  Pg.  Hs.  des  XIV.  Jahrhunderts,  folgten  sieh  und  zwar
in  der  ursprünglichen  mitteldeutschen  Mundart  der  Brief  des
Pseudo-Aristoteles  an  Alexander,  dann  die  Prognostica
der  zwölf  Monate  oder  der  Ypocras  und  die  Lehre  von  den
verworfenen  Tagen  ebenso  wie  in  der  grossen  Wiener  Hs.
13647. 1

1  Die  von  Leyser  vermuthete  poetische  Bearbeitung  dieses  pseudoaristotelischen
  Briefes  ist  ein  Irrthum  und  auch  keiner.  Dieser  Brief
des  Pseudo-Aristoteles  besteht  aus  nichts  anderem  als  aus  einigen
Capp.  der  Secreta  Seeretorum  und  zwar  (ed.  Lugduni.  Aut.  Blanchard
1528)  f.  XIV.  v.  —  XVIII  r.,  wo  auch  quid  post  somnum  sit  faciendum
und  die  vier  Jahreszeiten  hinter  einander  abgehandelt  werden,  wie  in  der
mitteldeutschen  Bearbeitung.  Insoferne  nun  hat  Leyser  vollkommen
recht  auf  Van  der  Hagen  und  Büschings  Grundriss  hinzuweisen;  die
reden  dort  vom  Cod.  pal.  3:15  und  zwar  von  dem  Reimwerke,  das
anhebt:
Von  hohem  sinne  meister  edel  helft  componieren  mir  ein  zedel  .  .
Die  Quelle  zu  diesem  ,Zedel*  ist  nach  des  Reimers  ausdrücklichem
Zeugnisse:
In  dem  secret  seeretorum  die  epistel  regimen  principum  .  .
Er  ist  auch  enthalten  dieser  ,Zedel 1  in  der  Wiener  Hs.  2937,  107"  —
114 b  und  zu  München  Cgm.  270,  178—186.  Von  einer  Hs.,  die  Kuppitsch
besass,  gibt  Nachricht  Mones  Anzeiger  VIII,  216.  Der  nun  diesen
,Zedel*  componirte,  wird  seine  Weisheit  wol  schwerlich  unmittelbar  aus
der  Quelle  getrunken  haben,  es  gab  lange  vor  ihm  vollständige  deutsche
Bearbeitungen  der  Secreta  Seeretorum.  Eine  im  Jahre  1282  von
einer  unbekannten  Nonne  ,zu  dienst  bruder  Rudolfes  von  Kaisheim  der
genant  ist  von  Hürnhaim*  gemacht  und  mit  einer  gereimten  Vorrede
versehen,  diese  Uebersetzung  ist  enthalten  in  einer  gleichzeitigen  Hs.  zu
München  Cgm.  288.  Die  ganzen  Secreta  Seeretorum  wurden  spätestens
im  Anfänge  des  XIV.  wenn  nicht  schon  gegen  das  Ende  des  XIII.  Jahrhunderts ­
  in  mitteldeutsche  Reime  übertragen  und  diese  Uebersetzung  ist
enthalten  in  der  Wiener  Hs.  2984,  182“—244 b .  Später,  aber  auch  in
einer  mitteldeutschen  Gegend,  wurden  die  Lehren  von  der  Gesundheit  für
sich  selbständig  gereimt,  und  dieses  Reimwerk  ist  enthalten  in  der
Wiener  Hs.  4120,  181 y —205  r .  Zu  Monsee  und  zwar  quer  über  die
            
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