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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

464

Haupt.

und.  trotz  Fr.  Pfeiffers  Berichtigung'  noch  irre  führt!  Eine
Abschrift  verwahrt  die  k.  k.  Hofbibliothek,  wie  schon  oben
gesagt  wurde  unter  Suppl.  2763.  In  dieser  Hs.  ist  die  Mundart
wie  in  der  Breslauer  die  mitteldeutsche.
5.  In  der  k.  k.  Hofbibliothek  zu  Wien  findet  sich  mit
der  Bezeichnung  15106  eine  bisher  vollständig  unbekannte  Pg.
Hs.  in  4°,  die  Seite  zu  zwei  Spalten  noch  im  XIV.  Jahrhundert
in  der  ursprünglichen  mitteldeutschen  Mundart  geschrieben.
Diese  Hs.  besteht  leider  nur  mehr  aus  50  Blättern,  ist  daher
unvollständig.  Ausserdem  leidet  sie  noch  an  einem  Gebrechen.
In  der  Vorlage  müssen  einzelne  Blätter  in  Unordnung  gewesen
sein,  der  Schreiber  bemerkte  diese  Unordnung  zu  spät  und
suchte  dann  durch  Verweise  die  richtige  Folge  der  Abschnitte
herzustellen.
6.  Wieder  eine  bisher  nicht  erkannte  Hs.  unseres  medicinischen
  Werkes  in  vier  Büchern  befindet  sich  in  der  fürstlich
Fürstenbergischen  Hofbibliothek  zu  Donaueschingen.
Barack  verzeichnet  sie  unter  785.  Auch  diese  ist  eine  Pg.  Hs.
in  4°,  die  Seite  zu  zwei  Spalten  noch  im  XIV.  Jahrhundert  in
der  ursprünglichen  mitteldeutschen  Mundart  geschrieben.  Leider
ist  sie  ebenfalls  unvollständig  und  besteht  nur  mehr  aus
74  Blättern,  da  sie  zum  mindesten  127  zu  zählen  hätte,  wie
sich  aus  der  alten  Zählung  ergiebt.  Es  fehlen  29—46,  74—87,
93—96,  108—113,  115,  118—127.
7.  Endlich  die  Wiener  Pg.  Hs.  aus  dem  XV.  Jahrh.,
von  der  in  dieser  Abhandlung  ausführlich  genug  die  Rede  ist.
Damit  sind  bestimmt  noch  lange  nicht  alle  Hss.  verzeichnet, ­
  die  dieses  Werk  enthalten  und  im  Staub  der  Bibliotheken ­
  verborgen  liegen.  Die  Cataloge  thun  alle  medicinischen
Schriften  in  deutscher  Sprache  meist  mit  dem  einzigen  Wort
Arzneibuch  ab  und  glauben  damit  ihrer  Pflicht  vollauf  Genüge
gethan  zu  haben.  1  Hoffentlich  wird  sich  dies  zum  Besseren

1  H.  Hoffmann  von  Fallersleben  verzeichnet  Fundgruben  I,  345  eine
Pg.  Hs.  in  der  städtischen  Bibliothek  zu  Trier.  Sie  ist  aus  dem  XV.  Jahrhundert ­
  133  Bl.  in  8°  und  beginnt:  ,Hye  hebent  sich  an  die  Capitel  des
buches  Bartholomaei  van  Artzedie. 4  Das  ganze  ist  in  zwei  Bücher
getheilt,  deren  erstes  aus  165  und  das  zweite  aus  185  Capiteln  besteht.
Eine  gereimte  Vorrede  eröffnet  nach  einer  weit  verbreiteten  Sitte  das
Werk.  Wohin  gehört  dieses  Werk?  Ob  in  den  folgenden  Abschnitt?
            
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