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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Haupt.  Ueber  das  rad.  Arzneibuch  des  Meisters  Bartholomaeus.

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Ueber  das
md.  Arzneibuch  des  Meisters  Bartholomaeus
von
Joseph  Haupt.
In  den  Sitzungsberichten  Bd.  XLH.  S.  110—200  hat
Fr.  Pfeiffer  zwei  deutsche  Arzneibücher  aus  dem  XII.  und
XIII.  Jahrhunderte  abdrucken  lassen.  Ueber  das  erste  und
ältere  aus  der  Pg.  Hs.  C.  58  der  Wasserkirch-Bibliothek  zu
Zürich  hat  K.  Hofmann  in  den  Sitzungsberichten  der
k.  Academie  zu  München  1870,  I.  511  ff.  weitläuftiger  gehandelt, ­
  die  vielen  Lesefehler  Fr.  Pfeiffers  verbessert  und
das  von  demselben  unbeachtete  nachgetragen.  Ueber  das  zweite
und  jüngere  soll  nun  hier  insoferne  geredet  werden,  als  es  Gelegenheit ­
  gegeben  hat,  eine  grosse  Reihe  von  Hss.  und  deren
weitgreifenden  Zusammenhang  vom  XIII.  bis  ins  XV.  Jahrhundert ­
  aufzudecken.  Weder  von  dem  überströmenden  Reichthum ­
  dieser  Hss.  noch  auch  von  ihrem  Zusammenhang  hat
man  bisher  auch  nur  die  leiseste  Ahnung  gehabt.
Das  zweite  Arzneibuch  ward  aus  Cgm.  92  der  k.  Hofund
  Staats-Bibliothek  zu  München  abgedruckt,  eine  Pg.  Hs.,
die  früher  dem  Stifte  Tegernsee  gehörte.  Fr.  Pfeiffer  schreibt
S.  115—116  selbst:  ,Ausser  der  meinem  Abdrucke  zu  Grunde
liegenden  besitzt  die  Münchner  Bibliothek  noch  zwei  weitere
Handschriften  (Cod.  germ.  433.  722.  XV.  Jahrh.),  die  Stuttgarter ­
  k.  öffentliche  und  die  Breslauer  ebenfalls  je  zwei
(vgl.  Hoffmanns  Fundgruben  I,  345)  und  auch  in  der  Stadt-Bibliothek
  zu  Überlingen  fand  ich  im  Jahre  1840  eine  Handschrift ­
  (Papier.  4".  XV.  Jahrhundert).  Aber  alle  diese  Handschriften, ­
  so  weit  ich  sie  habe  vergleichen  oder  einsehen  können,
stimmen  nur  im  Anfänge  überein  und  gehen  bald  aus  einander,
so  dass  ich  nicht  einmal  im  Stande  war,  die  Lücke  in  unserer
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