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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Die  römische  Reichsstraase  von  Viruuum  nach  Ovilaba.

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in  einer  Fahrstunde  zurück,  wol  ein  Beispiel  der  grössten  Geschwindigkeit, ­
  mit  welcher  ein  Prinz  zu  jener  Zeit  reiste.
Sie  wird  aber  übertroffen  von  einem  andern  Falle,  in  welchem
der  Weg  zwischen  Antiochia  und  Constantinopel,  der  750  mp.
d.  i.  150  deutsche  Meilen  beträgt,  in  sechs  Tagen  zuriickgelegt
ward; 1  dies  wird  eine  zehnfache  Geschwindigkeit  genannt. ­
  Daraus  folgt,  dass  an  einem  Tage  125  mp.  (25  deutsche
Meilen)  und,  da  an  Nachtreisen  dabei  kaum  zu  denken  ist,  der
Reisetag  also  zu  12  Stunden  angenommen  werden  muss,  10 ä / 12
mp.  oder  4  Stunden  und  10  Minuten  Weges  in  einer  Fahrstunde ­
  gemacht  wurden,  was  der  halben  Geschwindigkeit
unserer  Eisenbahnen  sehr  nahe  kommt.  Weiter  ergiebt  sich
daraus,  dass  «die  einfache  Geschwindigkeit  12.5  mp.  auf  den
Tag  betrug.  Da  dies  nur  5  Wegstunden  ausmacht,  kann  der
einfachen  Geschwindigkeit  nur  jene  eines  massig  schnell  fortwandelnden
  Fussgängers,  und  auch  diese  nur  durchschnittlich,
d.  h.  mit  Einrechnung  von  Terrainschwierigkeiten  zu  Grunde
gelegt  sein.
Es  handelt  sich  nun  darum,  das  Multiplum  dieser  Geschwindigkeit, ­
  welches  bei  der  römischen  Post  als  gewöhnliches
Mass  zu  Grund  gelegt  wurden  sei,  zu  finden.  Hierüber  giebt
das  Itinerarium  Hierosolymitanum  insoferne  einen  Fingerzeig,
als  es  ausdrücklich  die  einen  Orte  als  mutationes,  andere  wieder ­
  als  mansiones  bezeichnet,  so  dass  über  die  Länge  der
Wegstrecken  zwischen  je  zwei  mutationes  und  je  zwei  mansiones ­
  kein  Zweifel  sein  kann.  So  führt  es  auf  der  Strecke
von  Arelate  nach  Mediolanum 2  (Arles-Mailand)  d.  i.  auf  486
mp.  23  mutationes  und  21  mansiones,  zusammen  also  44  Stationen ­
  an,  so  dass  auf  eine  durchschnittlich  ll 2 / 44  mp.  entfallen. ­
  Auf  der  Strecke  zwischen  Mediolanum  und  Aquileja,
229  mp.,  nennt  es  14  mutationes  und  8  mansiones,  zusammen
22  Stationen  zu  10 21 / 2 2  mp-  durchschnittlich.  Zwischen  Aquileja
und  Sirmium  (411  mp.)  werden  23  mutationes  und  14  mansiones, ­
  zusammen  37  Stationen  zu  je  11 1  ;!7  mp.  angeführt;

1  Vgl.  Pauly  E.  E.  IV;  149«  f.
-  P.  553  f.  (Wess.).  Die  erste  Honte  Burdigala  —  Arillate  übergehe
ich,  da  die  Weglänge  theils  in  Lengen,  theils  in  miilia  passnum  angegeben
  wird.
            
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