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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

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Keuner.

für  das  Wol  seiner  Unterthanen  und  für  das  Gedeihen  des
Reiches  in  umfassender  Weise  besorgt  war.—
Zum  Schluss  ist  noch  einiger  Puncte  zu  gedenken,  welche
einer  kurzen  Erörterung  bedürfen.  Zunächst  die  Erscheinung,
dass  die  Tabula  unter  ihren  Stationen  zwei  mit  dem  alten
Namen,  die  auch  im  Itinerar  erscheinen  (Gabromagus  und
Tutatio),  die  andern  mit  lauter  neuen  Namen  bezeichnet.  Es
war  schon  die  Rede  davon,  dass  die  Orte  Gabromagus  und
Tutatio  wahrscheinlich  ebenso  wie  die  heutigen  Orte  Klaus
und  Steierling  sich  auf  eine  sehr  weite  Strecke  Weges  ausbreiteten, ­
  so  dass  die  Stationen  ungeachtet  der  Verrückung
um  5  mp.  noch  immer  in  dieselbe  Ortschaft  oder  doch  in  ihre
nächste  Nähe  zu  stehen  kamen,  daher  auch  mit  vollem  Rechte
noch  später  den  alten  Namen  tragen  konnten.  Hingegen  südwärts ­
  von  Pirn  müssen  die  norisch-römischen  Niederlassungen
so  dicht  neben  einander  gestanden  haben,  dass  man  4  bis  5
mp.  von  den  im  Itinerarium  genannten  Orten  entfernt,  wieder
andere  Ortschaften  mit  eigenen  Namen  traf  und  die  neuen
Stationen  der  Tabula  nach  diesen  bezeichnet  werden  konnten.
Die  Verschiedenheit  der  Ortsnamen  jenseits  des  Pirn  ist  also
ein  neuer  Beweis  für  den  dichten  Bestand  der  Ansiedlungen
in  jenen  Gegenden;  er  wird  bestätigt  durch  die  grosse  Menge
von  keltischen  und  römischen  Funden,  die  dort  fast  in  jedem
Orte  gemacht  werden,  und  auf  welche  im  Vorübergehen  schon
oben  hingewiesen  wurde.
Ein  anderer  Punct,  der  noch  zu  berühren  ist,  betrifft  die
unrichtigen  Angaben  für  die  letzte  Distanz  der  Route,
sowol  in  der  Tabula  als  im  Itinerarium.  Die  erstere  giebt  die
Entfernung  von  Tutatio  nach  Ovilaba  auf  22  mp.  an,  mit  den
Theilstrecken  (Tutastione  —)  Vetonianis  XI,  Ovilia  XI.  Die
factische  Entfernung  von  Klaus  nach  Petenbacli,  von  hier  nach
Ovilaba  beträgt  je  15  mp.  Es  ist  nun  sehr  wol  denkbar,
dass  die  ursprünglich  auf  dem  Original  der  Tabula  stehende
Zahl  XV  für  XI  verlesen  wurde,  zumal  wenn  der  zweite
Schrägstrich  wie  V  schlecht  erhalten  und  die  Schrägstellung
des  ersten  Striches  nicht  deutlich  ausgedrückt  war.  —
Schwieriger  ist  es  zu  erklären,  wie  in  das  Itinerarium
zum  letzten  Ortsnamen  Ovilabis  die  Distanz  XX  mp.  ge-
            
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