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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Die  römische  Keichsstrasse  von  Virumiin  nach  Ovilaba.

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daher  die  neue  Eintheilung  der  Route  schon.  Es  lässt  sich
aber  leicht  absehe,n,  dass  die  Umgestaltung  ein  Werk  von
mehreren  Jahren  war  und  es  fragt  sich  daher,  ob  dasselbe
nicht  schon  vor  Alexanders  Zeit  begonnen  worden  sei  oder  ob
diesem  allein  das  Verdienst  davon  zugeschrieben  werden  müsse.
Man  könnte  zunächst  an  jene  grosse  durchgreifende  Restauration ­
  der  Strassen  denken,  welche  Septimius  Severus  unternahm,
um  die  vielfachen  in  den  Markomannenkriegen  eingetretenen
Beschädigungen  gutzumachen.  Allein  die  Meilensteine  mit  seinem
Namen,  die  gerade  in  Noricum  überraschend  häufig  auftreten,
beweisen,  soweit  sie  datirbar  sind  —  was  bei  der  Mehrzahl
der  Fall  ist  —  dass  die  Restauration  der  norischen  Strassen
im  J.  201  bereits  abgeschlossen  1  war.  Das  mit  der  genannten
Restauration  innerlich  zusammenhängende  Itinerar  zeigt  nun,
dass  eben  damals  die  alte  Eintheilung  der  Tagreisen  und
Stationen  noch  beibelialten  wurde.  Dies  ist  auch  aus  dem  Grunde
wahrscheinlich,  als  die  Vorsorge  des  K.  Septimius  Severus  für
den  Strassenbau  weit  mehr  vom  strategischen  Gesichtspuncte
ausging,  als  vom  commerciellen,  ihr  vorzüglichstes  Motiv  ist
die  Sicherung  der  militärischen  Verbindung  der  Donauländer
mit  Italien.
Von  den  zunächst  auf  ihn  folgenden  Regenten  ist  eine
Thätiglceit  in  dieser  Beziehung  weder  zu  erwarten,  noch  auch
nachweisbar.  Zwar  existiren  auch  von  Alexander  Severus  im
Bereiche  unserer  Route  keine  Meilensteine,  wie  sich  auf  ihr
deren  überhaupt,  mit  Ausnahme  des  in  Treiback  aufgegrabenen
nicht  gefunden  haben.  Dieser  Umstand  bildet  aber  kein  erhebliches ­
  Hinderniss,  dem  eben  genannten  Kaiser  die  Umgestaltung
unserer  Route  dennoch  zuzuschreiben;  denn  dieselbe  betrat
die  einzelnen  Meilensteine  nicht;  sie  zählten  wahrscheinlich  der
Reihe  nach  von  Virunum  nach  Ovilaba  die  Distanzen  ununterbrochen ­
  fort,  so  dass  ihre  Angaben  von  der  neuen  Eintheilung
nicht  berührt  wurden  und  kein  Anlass  vorlag,  die  schon  vorhandenen ­
  durch  neue  zu  ersetzen.  Dagegen  liegt  eine  grosse
Sorgfalt  des  Kaisers  Alexander  für  das  Postwesen  des  gesammten
  Reiches  ganz  in  den  Tendenzen  seiner  Regierung,  welche

1  Vgl.  Ber.  u.  Mittli.  des  Wiener  Alterthumsver.  XI.  Bd.  S.  143.
            
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