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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Die  römische  Reichsstrasse  von  Thunum  nach  Ovilaba.

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sind  nicht  für  sich  bestehende  Neuerungen,  als  welche  sie
in  der  That  schwer  verständlich  sein  würden,  sondern  sie
bilden  nur  einen  auffälligeren  Bestandtheil  jener  tiefer  eingreifenden ­
  Umgestaltung.
Der  Zweck  derselben  war  die  Abschaffung  der  alten
Uebelstände;  um  sie  zu  beseitigen,  musste  zunächst  eine  gleichmassigere
  Eintheilung  der  Wegstrecken,  die  an  den  einzelnen
Reisetagen  zu  machen  waren,  dann  eine  Verlegung  der  Nachtherbergestellen ­
  an  die  tauglicheren  Orte  in  den  Thälern  erfolgen. ­
  Das  wurde  erreicht,  indem  erstens  die  Herbergen  in
Virunum  und  Ovilaba  aufgehoben  und  dort  nur  Wechselstellen
angelegt,  und  indem  zweitens  die  Stationen  um  durchschnittlich
5  mp.  weiter  gegen  Norden  gerückt  wurden.
Ohne  Zweifel  ist  man  dabei  von  den  Uebergängen  über’s
Gebirge  und  von  der  Beseitigung  der  hochgelegenen  Mansionen
auf  denselben  ausgegangen,  welche  eben  die  grössten  Schwierigkeiten ­
  verursachten.  Nachdem  sie  einmal  überhaupt  aufgelassen
werden  sollten,  gab  es  kein  Hinderniss  mehr,  die  Fahrten  über
beide  Berge,  ,  statt  sie  durch  die  Nachtherbergen  zu  unterbrechen, ­
  in  angemessener  Weise  als  je  eine  ganze  Tagreise
für  sich  zu  behandeln.
Der  Weg  über  den  Tauern  beträgt  19  mp.,  von  denen
beinahe  gleiche  Hälften  auf  die  beiden  Abhänge  bis  zum
Gipfel  entfallen.  Damit  war  es  von  selbst  gegeben,  die  eine
Nachtherberge  am  südlichen  Fusse  bei  Möderbrack  (Tartusana),
die  andere  an  den  nördlichen  Fuss,  die  Wechselstelle  aber
auf  die  Höhe  des  Gebirges  nach  Surontium  zu  verlegen.  So
hatte  man  einen  festen  Punct  gewonnen,  von  welchem  alle
übrigen  Tagreisen  gegen  Virunum  und  gegen  Ovilaba  zu  eingetheilt
  werden  mussten.  Zunächst  kommen  jene  in  Betracht.
In  der  Richtung  gegen  Virunum  waren  von  Tartusana  aus
noch  63  mp.  zuriickzidegen:  man  konnte  diese  Strecke  in  zwei
Tagreisen  zu  je  31  '/„  mp.  oder  in  drei  zu  je  21  mp.  abtheilen.
Allein  in  beiden  Fällen  ergaben  sich  Schwierigkeiten.
Im  ersten  Falle  wären  nämlich  die  Tagreisen  für  das
schwierige  Terrain  zwischen  Virunum  und  dem  Murthale  (Teuffenhach),
  dann  zwischen  diesem  (Pichl)  und  Möderbrack  zu
gross  gewesen.  Die  Eintheilung  in  drei  Reisetage  würde  aber
—  im  andern  Falle  —  die  Dauer  der  Reise  verlängert  haben,
            
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