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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Kenner.

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bei  der  Zunahme  der  Frequenz  von  grosser  Bedeutung  war.
Auch  die  Tagereisen  sind  nun  gleichmässiger  für  Hin-  und  Rückfahrt ­
  und  in  völliger  Uebereinstimmung  mit  der  Beschaffenheit
des  Terrains.
Die  Vortheile  dieser  Eintheilung  sind  so  einleuchtend
und  den  veränderten  Zeitverhältnissen  so  entsprechend,  dass
man  nicht  wol  mehr  im  Zweifel  sein  kann,  welche  von  beiden
oben  besprochenen  Annahmen  die  für  die  Tabula  thatsächlieh
geltende  gewesen  sei;  man  muss  in  Wirklichkeit  Virunum  und
Ovilaba  als  Wechselstellen  betrachtet  haben,  als  die  Umgestaltung ­
  der  Route  vor  sich  ging.  Diese  Annahme  ist  durchaus
die  wahrscheinlichere;  es  handelt  sieh  nur  noch  um  den  empirischen ­
  Beweis,  dass  an  einem  der  Orte,  die  nach  der  neuen
Eintheilung  als  mansiones  erscheinen,  eine  solche  in  der  That
bestanden  habe.
Diesen  Beweis  hat  ein  günstiger  Zufall  in  den  Ausgrabungen ­
  von  Windischgarsten  geliefert.  Es  wird  von  ihnen  im
zweiten  Theil  dieser  Untersuchung  die  Rede  sein;  für  jetzt
möge  als  erwiesen  und  feststehend  betrachtet  werden,  dass  der
nächst  Windischgarsten  aufgegrabene  Complex  von  Bauten
nichts  anderes  als  die  mansio  von  Ernolatia  gewesen  sei.  Wenn
aber  in  diesem  Orte  eine  mansio  war,  so  sind  folgerichtig  alle
jene  Orte  auch  mansiones  gewesen,  welche  oben  als  solche
angenommen  wurden,  nämlich  von  Ernolatia  gegen  Ovilaba
zu:  Vetoniana,  gegen  Virunum  zu:  Stiriate,  Tartusana,  Noreia
II  (Viscellae)  und  Matucaiimi.  Das  auch  im  Itinerar  erscheinende
Gabromagus  und  die  den  älteren  mansiones  entsprechenden
Orte  der  Tabula:  Noreia  I,  Ad  pontem  und  Surontium  sind
dagegen  jetzt  nur  mehr  Wechselstellen.
Daraus  folgt,  dass  in  der  Zeit  nach  Abfassung  des  Itinerar ­
  s  auf  der  Route  Virunum—Ovilaba  eine  sehr  tief  eingreifende ­
  Veränderung  stattgefunden  habe,  welche  die  Folge  der
alten  Wechsel-  und  Herbergestellen  verrückte  und  dorthin,  wo
ehemals  mutationes  lagen,  oder  doch  in  ihre  Nähe  mansiones
verlegte  und  umgekehrt.  Mit  dieser  Veränderung  hängt  augenscheinlich ­
  jene  andere  schon  besprochene  Tkatsaehe  zusammen,
welche  sich  in  der  Tabula  durch  völlig  neue  Ortsnamen  und
durch  die  Verschiebung  sämmtlicher  Stationen  um  durchschnittlich ­
  nahezu  5  mp.  äussert.  Die  beiden  letzteren  Erscheinungen
            
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