Die römische Reichsstrasse von Virunum nach Ovilaha.
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dorf) das lange Bestehen kund gab; auch für die uralte Benützung
des Ueberganges über den Tauern ist die Existenz
dieses Namens, wie schon oben bemerkt wurde, wichtig.
Ueberdies kann noch der Name Candalicae insoferne
erklärt werden, als can (im Irischen cean) die Bergkuppe, all
(im Irischen) Stein bezeichnet; 1 cean-aille (oder ceann-d-aille)
wäre demnach Felsenberg und Candalicae würde einen Ort an
einem felsigen Berge bezeichnen. —
Was die Eintheilung der Stationen auf der in Rede stehenden
Route betrifft, so bietet das Itinerarium eigenthümliche
Erscheinungen der Beobachtung dar. Die in ihm genannten
Stationen sind nicht blosse mutationes (Wechselstellen), deren
das Itinerar überhaupt nicht namhaft macht, sondern mansiones
(Raststellen), in denen die Nacht zugebracht wurde, da die
römische Staatspost den Nachtdienst nicht kannte. Diese mansiones
sind aber keineswegs nach gleichen Entfernungen angebi’acht,
was sich leicht erklärt, da hiebei die Terrainverhältnisse
den Ausschlag geben. Es finden sich zweierlei Distanzen,
solche von rund 20 und solche von 30 mp. Die ersteren fallen
auf jene Strecken, wo schwieriges unebenes Terrain vorherrscht;
so zwischen Virunum und Candalicae (Zollfeld—Gaudriz), Monate
und Sabatinca (St. Georgen—St. Johann), Gabromagus
und Tutatio (Pirn—St. Pankraz). Die anderen vertheilen sich
auf die mehr ebenen Gegenden im Thale, wie zwischen Candalicae
und Monate (Gaudriz — St. Georgen im Murthale),
Tutatio—Ovilaba (Klaus-Wels). Nun findet sich aber auch
zwischen Sabatinca und Gabromagus (St. Johann—Pirn) eine
Distanz von 30 mp., obwol die Terrainverhältnisse hier recht
schwierig sind; es ist nämlich darin für die Hinfahrt inbegriffen
der letzte Anstieg auf dem Tauerngebirge (St. Johann—
Hohentauern), die steile Thalfahrt über die Nordabhänge des
Gebirges (Hohentauern bis Rottenmann), endlich der Anstieg
auf den Pirn (Lietzen—Pirn). Noch auffallender wird diese
Eintheilung für die Rückfahrt von Ovilaba nach Virunum. Da
hatte man die ganze Strecke von Pirn abwärts durchs Ensthal
und über Rottenmann, sodann die ganze Höhe des Tauerngehirges
und noch darüber hinaus bis St. Johann jenseits der
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