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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Die  römische  Reichsstrasse  von  Vimnum  nach  Ovilaha.

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also  in  der  Tliat  uni  zwei  zur  selben  Zeit  benützte  Wege,  auf
deren  jedem  Meilensäulen  standen.
Ein  so  schlagender  Fall  beweist,  dass  selbst  Meilensteine
für  die  Richtung  einer  Reichsstrasse  nicht  immer  entscheiden,
wenn  nicht  andere  Umstände  bestätigend  dazu  kommen.  Statt
solcher  tritt  hier  vielmehr  die  Schwierigkeit  entgegen,  jenen
Umweg  mit  den  angegebenen  Meilenzahlen  zu  vereinigen.  Es
ist  ein  entschiedener  Irrthum  des  Vertreters  dieser  Ansicht,
dass  1  mp.  dem  Viertel  einer  österreichischen  Strassenmeile
zu  4000  Klafter  gleich  sei,  also  1000  Klafter  befrage;  sie  beträgt ­
  nur  779  V 9 ,  rund  780  Wiener  Klafter  und  kommt  auf  '/ 5
der  deutschen  oder  geographischen  Meile  oder  auf  800  Klafter
der  letzteren  aus.  Da  die  Differenz  beider  nur  20  Klafter  beträgt, ­
  kann  man  sehr  wol  auch  auf  die  österreichische  Meile
5  mp.  rechnen,  wenn  man  nach  je  39  der  letzteren  1  mp.  zugiebt.
 1  Legt  man  dieses  metrologisch  sichergestellte  Mass 2  der
Berechnung  zu  Grunde,  so  erhält  man  auf  der  Strecke  von
Krummfelden  (nach  Knabl  Matucaium)  bis  St.  Marien  und
Neumarkt  (nach  Kn.  Noreia)  ein  Mass  von  19  mp.,  ohne  auf
die  Krümmungen  des  Weges  Rücksicht  zu  nehmen,  während
die  Tabula  zwischen  Matucaio  imd  Noreia  nur  13  mp.  anmerkt.
Die  letztere  Zahl  ergiebt  sich  nur  dann,  wenn  die  directe
Linie  über  Friesach  angenommen  wird,  und  auch  in  diesem
Falle  kommt  Noreia  nicht  nach  Neumarkt,  sondern  nach  Einöddorf
zu  stehen.  Die  Meilenzahl  der  Tabula  spricht  also  nicht  für
den  Umweg.  über  Hüttenberg,  sondern  gegen  ihn,  für  den
geraden  Weg  über  Friesach.
Weiter  macht  die  Knabl’sche  Ansicht  gegen  die  Führung
der  Strasse  über  den  Rottenmanner  Tauern  geltend,  dass  die
Höhe  des  Uebeiganges  (5000  Fuss)  zu  beträchtlich  und  der
Weg  während  des  Winters  durch  die  Schneemassen  zu  sehr
behindert  gewesen  sei,  als  dass  die  Römer  den  ganz  unbeschwerlichen ­
  Weg  im  Thale,  wenn  er  gleich  mehr  Zeit  erforderte, ­
  nicht  hätten  vorziehen  sollen.  So  gewichtig  dieses  Argu-1

  39  X  20  =  780  Klafter.
2  Fr.  Hultsch,  griechische  und  römische  Metrologie  S.  302  (1  passus  =
1.479  Meter),  S.  305  (5  mp.  =  0.998  geogr.  Meilen)  und  S.  315  (1  mp.
=  4677.3  österr.  Fuss).
SiUb.  d.  phiL-hist.  CI.  l.SSI.  Bd.  II.  Hft.  25
            
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