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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Die  römische  Reichsstrasse  von  Virunum  nach  Ovilaba.

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logien  1  in  Griechenland  und  Italien,  die  wol  alle  auf  eine  gemeinsame ­
  Wurzel  zurückzuführen  sind,  wenn  gleich  sie  bald  für
Berge,  bald  für  Flüsse  Vorkommen;  im  letztem  Falle  wurde
der  Name  wol  von  einem  Berge  auf  das  von  ihm  herabfliessende
Wasser  übertragen,  so  gut,  als  er  auch  auf  Ortschaften  überging. ­
  Was  unsern  Berg  betrifft,  so  ist  der  keltische  Ursprung  des
Namens  ausser  Zweifel  gesetzt  durch  die  glücklicher  Weise
noch  erhaltene  älteste  Schreibung,  wie  sie  in  Urkunden  aus  der
Zeit  von  1190  bis  1259  geübt  wurde. 2  Darnach  lautet  der
Name  Pirdon  (einmal  auch  Pirton)—onis;  dies  weist  auf  das
keltische  bior  und  dun  (Berg—  Spitze)  zurück, 3  der  Name  bezeichnet ­
  also  einen  spitzigen  Berg.  Frühzeitig  kommen  daneben
auch  die  Bezeichnungen  ,supra  Pierin'  (J.  1200)  und  ,Pyrn'
(1239)  in  einer  und  derselben  Urkunde  neben  ,Pyrdon',  dann
,Piren‘,  ,in  pyrno  monte'  (1254),  ,Pirimontis'  (1278,  1418)
vor;  in  deutschen  Urkunden  liest  man  1419  ,Byrn'  und  ,Piern',
1420  ,Pirn‘.  Die  heutige  Schreibung  ,Pyhrn'  beruht,  um  im
Vorbeigehen  dieselbe  zu  bei'ühren,  nur  auf  einer  Entstellung
späterer  Zeit,  etwa  aus  dem  Ende  des  XVI.  und  dem  XVII.
Jahrhunderte.  Die  richtigste  und  einfachste  ist  ,Pirn‘,  sowie
das  keltische  Pirdon  oder  Pirdun  allmälich  in  germanischer
Aussprache  zu  Pirdn  oder  Pirtn  (man  vgl.  Virten,  Virodunum
Verdun)  zusammengezogen  wurde,  woraus  dann  Pirn  entstand.
Doch  findet  sich  auch  Pyrn  in  sehr  alter  Zeit.
Von  dem  am  nördlichen  Fusse  des  Berges  gelegenen
Markte  Spital  am  Pirn,  der  selbst  1626  Fuss  über  der  Meeresfläche ­
  liegt,  steigt,  die  heutige  Strasse  eine  Stunde  lang  aufwärts ­
  bis  zu  einer  Höhe  von  2472  Fuss  über  dem  Meere.  Die
Steigerung  beträgt  also  846  Fuss,  oder  annähernd  1  Fuss
Steigerung  auf  14  Fuss  Weg.  Sie  ist  nicht  sehr  bedeutend  und

1  So  ad  Pirum  im  Gebiete  der  Umbrier  und  Hirpiner,  ad  Pirum  summas
Alpes  (Birnbaumerwald  in  Itrain),  Pirum  in  Dacien,  Piranum  (Pirano,
Istrien),  Pieria  (Berglandschaft  in  Thessalien),  der  Ort  Piraeum  bei  Corinth)
Pyrenaeen.  Auch  bei  Flüssen  kommt  er  vor,  so  Pirus  in  Acliaia,  Pirus
tortus  (Perschling  in  Nieder-Oesterrcich),  Pirene  fons  in  Thessalien.
Man  vgl.  darüber  Forbiger's  Geogr.  des  Alterthums  III.  unter  den  betreffenden ­
  Namen.
2  Vgl.  Franz  X.  Pritz,  im  Archive  für  Kunde  österr.  Geschichtsquellen.
X.  p.  301  f.  in  den  Urkunden,  IV,  VIII,  XVI,  XX,  XXIV.
3  Mone  Celtische  Forschungen,  S.  122.
            
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