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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

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Kenner.

Stunden  in  die  Länge.  1  Mit  den  Grenzen  des  h.  Klaus  treffen
nun  jene  des  alten  Tutatio  nahe  zusammen,  es  muss  letzteres
gleichfalls  5  mp.  (2  Stunden)  lang  sich  im  engen  Thal  hiugezogen
  haben,  und  zwar  von  dem  Eintritt  in  die  Thalschlucht  bis
zur  Mündung  der  Teichel,  denn  die  beiden  Stationen  mit  den
Namen  Tutatio,  die  doch  offenbar  denselben  Ort  bezeichnen,
liegen  5  mp.  d.  i.  soweit  auseinander,  als  die  Ortschaft  Klaus
lang  ist.  Die  Station  Tutatio  des  Itinerars  kam  nach  der
älteren  Eintheilung  an  das  südliche  Ende  des  Ortes,  in  die
Nähe  von  Dirnbach  zu  stehen,  und  konnte  sehr  wohl  bei  der
neuen  Eintheilung  der  Stationen  mit  demselben  Namen  an  das
nördliche  Ende  des  Ortes  (Klaus)  verlegt  werden,  an  welchem
sie  in  der  Tabula  erscheint.
Es  treffen  also,  wie  sich  gezeigt  hat,  verschiedene,  von
einander  ganz  unabhängige  Anzeichen  in  so  augenfälliger  Weise
zusammen,  dass  an  der  Identität  von  Tutatio  und  Tuta(s)tio
mit  dem  h.  Klaus  nach  der  ganzen  Ausdehnung  des  Ortes  und
von  Ernolatia  mit  dem  h.  Windischgarsten  nicht  wol  gezweifelt
werden  kann.  Diese  Puncte  werden  daher  mit  Sicherheit  für
die  andern  Bestimmungen  zu  Grunde  gelegt  werden  können.
Uebrigens  werden  die  drei  militärischen  Werke  bei  Klaus,
Dirnbach  und  Windischgarsten  nicht  als  selbstständige  Castelle
aufzufassen  sein,  sondern,  wie  es  ja  auch  sonst  die  Regel  war,
als  eine  Gruppe  von  einander  unterstützenden,  zu  einander  in
Beziehung  stehenden  Posten,  so  etwa,  dass  der  letztere  (Ernolatia), ­
  im  Innersten  des  Thaies  und  nahe  am  Uebergange  über
den  Pirn  gelegen,  der  wichtigste  mit  zahlreicherer  Besatzung
versehene  war,  während  die  beiden  andern  nur  kleinere  Vorwerke ­
  darstellten,  welche  im  Nothfalle  von  jenem  Succurs  erhielten ­
  und  zugleich  die  Verbindung  mit  Ovilaba  aufrecht  erhielten.
In  Windischgarsten  hat  man,  wie  noch  gezeigt  werden
wird,  zwar  nicht  das  Castell,  wol  aber  die  untrüglichen  Anzeichen ­
  von  der  Anwesenheit  verschiedener  Truppenkörper
aufgegraben.
Mit  der  nächsten  Station  Gabromagus  gelangen  wir
auf  den  Pirn  selbst.  Der  Name  des  Berges  hat  vielfache  Ana-1

  Piliwein,  Geogr.  u.  Statistik  des  Erzherzogth.  ob  d.  Ens.  II.  (Traunkreis
S.  423,  424.)
            
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