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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Die  römische  Reichsstrasse  von  Virunnm  nach  Ovilaha.

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bach  1  d.  h.  im  Schutze  jener  beiden  Werke  auch  Poststationen
gesucht  werden,  andererseits  müssen  ihre  Distanzen  von  Ernolatia
  aus  zutreffen,  wenn  es  richtig  ist,  dass  letzteres  an  der
Stelle  von  Windischgarsten  lag.
Dies  ist  nun  in  der  That  der  Fall.  Nach  der  Tabula
liegt  Ernolatia  12  mp.  (2Vs  d.  M.)  von  Tuta(s)tio,  dies  ist
auch  die  Entfernung  zwischen  Windischgarsten  und  Klaus.
Das  Tutatio  des  Itinerars  lag  aber  5  iup.  südlicher  als  der
gleichnamige  Ort  der  Tabula  oder  das  h.  Klaus;  dies  trifft
nahezu  mit  Dirnbach  zusammen,  doch  lag'  alsdann  die  Station ­
  weiter  gegen  St.  Pankraz  zu,  jedenfalls  aber  noch  im  Bereich ­
  und  unter  dem  Schutze  der  vorausgesetzten  Specula.
Dazu  kommt  noch,  dass  Klaus  30,  Dirnbach  35  mp.  von
Wels  abliegt.  Das  Itinerarium  führt  in  jenen  Strecken,  wo
der  Weg  meist  eben  war,  gerade  solche  grössere  Distanzen
auf,  nach  dieser  Beobachtung  und  der  factischcn  Entfernung
zwischen  Klaus  und  W r els  muss,  wie  schon  gesagt  worden,  im
Itinerar  und  der  Tabula  die  Schlussdistanz  geändert  werden.
Petenbach  (Vetoniana)  liegt  als  eine  Zwischenstation  in  der
Mitte  der  Distanz,  15  mp.  von  Wels  entfernt;  ebensoweit  also
muss  das  Tuta(s)tio  der  Tabula  von  Petenbach  abliegen,  was
abermals  mit  Klaus  zusammentrifft.  —  Endlich  kann  noch  folgender ­
  Umstand  geltend  gemacht  werden.  Der  heutige  Ort
Klaus  zieht  sich,  wie  es  so  häufig  in  schmalen  Gebirgsthälern
der  Fall  ist,  durch  fast  zwei  Stunden  von  der  Bergfestung
gl.  N.  aufwärts  bis  zur  Mündung  der  Teichel  in  die  Steier.
Man  trifft  da  nicht  mehrere  Ortschaften,  sondern  nur  einzelne
Gehöfte  sind  auf  eine  lange  Wegstrecke  zerstreut  und  bilden
zusammen  eine  einzige  Ortschaft.  Ebenso  ist  der  benachbarte
Ort  Steierling  sehr  weit  ausgedehnt;  er  erstreckt  sich  2 [ / 2

1  Kunde  sind  aus  diesem  Orte  nicht  bekannt.  Das  Einzige,  was  mir  Herr
Jos.  Gaisberger  aus  ihm  zugekonnnenen  brieflichen  Nachrichten  mittheilen
konnte,  ist,  dass  man  in  Dimbach  vor  vielen  Jahren  ,Spuren 1  vom  Aufenthalte ­
  der  Römer  gefunden  habe.  Späterhin  stiess  man  etwa  300
Schritte  ober  der  Steierbriicke  bei  Planirung  des  Platzes  auf  dem  sog.
Fuclislugerberge  in  einer  Tiefe  von  3  Fuss  auf  vier  bis  fünf  Eisengegeräthe,
  wie  deren  ähnliche  auch  in  Windischgarsten  vorkamen;  man  bezeichnet ­
  sie  als  Eisenschuhe  für  hufkränke  Pferde.  (Schreiben  vom
7.  Mai  1868.)
            
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