Die römische Reichsstrasse von Virunnm nach Ovilaha.
375
bach 1 d. h. im Schutze jener beiden Werke auch Poststationen
gesucht werden, andererseits müssen ihre Distanzen von Ernolatia
aus zutreffen, wenn es richtig ist, dass letzteres an der
Stelle von Windischgarsten lag.
Dies ist nun in der That der Fall. Nach der Tabula
liegt Ernolatia 12 mp. (2Vs d. M.) von Tuta(s)tio, dies ist
auch die Entfernung zwischen Windischgarsten und Klaus.
Das Tutatio des Itinerars lag aber 5 iup. südlicher als der
gleichnamige Ort der Tabula oder das h. Klaus; dies trifft
nahezu mit Dirnbach zusammen, doch lag' alsdann die Station
weiter gegen St. Pankraz zu, jedenfalls aber noch im Bereich
und unter dem Schutze der vorausgesetzten Specula.
Dazu kommt noch, dass Klaus 30, Dirnbach 35 mp. von
Wels abliegt. Das Itinerarium führt in jenen Strecken, wo
der Weg meist eben war, gerade solche grössere Distanzen
auf, nach dieser Beobachtung und der factischcn Entfernung
zwischen Klaus und W r els muss, wie schon gesagt worden, im
Itinerar und der Tabula die Schlussdistanz geändert werden.
Petenbach (Vetoniana) liegt als eine Zwischenstation in der
Mitte der Distanz, 15 mp. von Wels entfernt; ebensoweit also
muss das Tuta(s)tio der Tabula von Petenbach abliegen, was
abermals mit Klaus zusammentrifft. — Endlich kann noch folgender
Umstand geltend gemacht werden. Der heutige Ort
Klaus zieht sich, wie es so häufig in schmalen Gebirgsthälern
der Fall ist, durch fast zwei Stunden von der Bergfestung
gl. N. aufwärts bis zur Mündung der Teichel in die Steier.
Man trifft da nicht mehrere Ortschaften, sondern nur einzelne
Gehöfte sind auf eine lange Wegstrecke zerstreut und bilden
zusammen eine einzige Ortschaft. Ebenso ist der benachbarte
Ort Steierling sehr weit ausgedehnt; er erstreckt sich 2 [ / 2
1 Kunde sind aus diesem Orte nicht bekannt. Das Einzige, was mir Herr
Jos. Gaisberger aus ihm zugekonnnenen brieflichen Nachrichten mittheilen
konnte, ist, dass man in Dimbach vor vielen Jahren ,Spuren 1 vom Aufenthalte
der Römer gefunden habe. Späterhin stiess man etwa 300
Schritte ober der Steierbriicke bei Planirung des Platzes auf dem sog.
Fuclislugerberge in einer Tiefe von 3 Fuss auf vier bis fünf Eisengegeräthe,
wie deren ähnliche auch in Windischgarsten vorkamen; man bezeichnet
sie als Eisenschuhe für hufkränke Pferde. (Schreiben vom
7. Mai 1868.)