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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Ueber  eine  griechische  Inschrift  aus  Eryfchrae.

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die  Formen  EONTEE  (Z.  17)  EOET  (Z.  20),  A1EXA0EQEI  (Z.  44)
und  ANA  YOPEY0EOEI  (Z.  53),  oder  TON  AIKAETAN  (Z.  5
und  29)  neben  TAN  A1KAN  (Z.  24,  30)  u.  a.  In  der  Schreibung- ­
  der  Namen  am  Schlüsse  der  Inschrift  tritt  der  jonische
Dialect  consequent  auf,  offenbar  mit  der  bestimmten  Absicht,
den  Erythraeern  die  Namen  der  Ausgezeichneten,  also  das
Wichtigste  der  Inschrift  in  dem  ihnen  geläufigeren  Dialecte
vor  Augen  zu  stellen.  Während  in  Z.  3  11EPI  TU  AAMQ  TO
EPY0PAIQN  steht,  liest  man  am  Schlüsse  TON  AHMON  TON  E.,
in  Z.  5  auf  6  heisst  es  KAEONTMEIQ,  in  Z.  57  auf  58  KAEONYMOV,
in  Z.  13  AITEAAO,  in  Z.  59  auf  60  ATEAAOY.
Das  beigeschriebene  Jota  erscheint  nur  in  einigen  Fällen,
sehr  häufig  bleibt  es  weg;  so  ist  es  in  dem  öfter  wiederkehrenden ­
  Ausdruck  XPYSIQ  ETEEANO  (Z.  4,  5,  7,  12,  14,
34,  36,  41,  45)  an  dem  Beiworte  nur  einmal  (Z.  4),  an  dem
Hauptworte  nur  dreimal  (Z.  5,  7,  12)  gesetzt.  Damit  lässt
sich  EN  TOI  IIPYTANEIOI  (Z.  7  auf  8)  und  EN  TOI  I1PYTANHO
(Z.  11),  und  AAMO  (Z.  55)  vergleichen;  dagegen  steht  es  mit
Unrecht  bei  den  Genitiven  TOI  in  Z.  3.  Diese  Ungleichheit
und  Unsicherheit  ist  ein  Zeichen  der  Epoche  der  Diädochen.
Die  Buchstabenformen  sind  durchaus  die  altern,  es  begegnen ­
  lauter  winkelige  (E,  E,  0)  keine  runden  (6,  0,  UJ),  das
A  hat  immer  und  durchaus  den  ungebrochenen  Querstrich.
Auch  trifft  man  nur  eine  Ligatur  in  Z.  46,  wo  offenbar  wegen
Raumersparung  in  den  beiden  Wörtern  TOM  130AITAN  das  M
und  II  in  ein  Zeichen  zusammengezogen  sind.  Die  Buchstaben
0,  0,  0  sind  durchstehend  um  vieles  kleiner  (6—7  Millim.),
als  die  andern  Buchstaben  und  in  der  oberen  Hälfte  der  Höhe
der  letzteren  angebracht.  Dagegen  jene  Buchstaben,  die  mit
einem  senkrechten  Striche  beginnen,  wie  K,  P,  T,  namentlich  I
sind  grösser  (10—11  Millim.),  sie  ragen  meistens  über  die
Zeilen  nach  oben  und  unten  hinaus.  In  der  Mitte  beider
Grössen  stehen  die  aus  mehrfach  gebrochenen  Linien  gebildeten
Buchstaben  A,  S,  A,  A,  M  und  N.  Sie  kommen  bald  klein,
bald  auffallend  gross  vor.  Beim  K  und  N  ist  häufig  der  erste
senkrechte  Strich  länger  als  die  andern,  constant  ist  solches
bei  II  der  Fall;  auch  gehen  die  senkrechten  Striche  häufig
über  die  mit  ihnen  verbundenen  Querstriche  nach  oben  und
unten  hinaus.

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