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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

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K  o  n  n  e  r.

keit  der  Richter  bekanntgeben  sollte  (Z.  49—52).  Auch  sollte
er  sie  auffordern  genau  dafür  zu  sorgen,  dass  man  bei  ihnen  (den
Erythraeern)  selbst  die  Kränze  verkündige  und  die  Abschrift
des  Beschlusses,  auf  eine  Stelle  geschrieben,  an  einem  möglichst
in  die  Augen  fallenden  Orte  aufstelle;  endlich  soll  er  ihnen
eröffnen,  dass  sie  solches  dem  Volke  zu  Danke  thun  würden
(Z.  52—55).
Unterzeichnet  ist  der  Beschluss  von  dem  Abgeordneten
der  beschliessenden  Gemeinde  Pythophaes  (Z.  56).  Am  Ende
folgen  die  Namen  der  Ausgezeichneten;  links  vom  Beschauer
nehmen  den  Ehrenplatz  die  Erythraeer  ein,  dann  folgen  in
denselben  Zeilen  (57,  58)  die  Namen  der  Richter,  in  den
beiden  letzten  Zeilen  hingegen  (59,  60)  steht  zuerst  der  des
Schreibers,  dann  der  des  Dikastagogen.
Wie  aus  der  Unterzeichnung  des  Abgeordneten  und  aus
dem  Fundorte  der  Stele  hervorgeht,  haben  wir  es  hier  nicht
mit  der  Originalurkunde,  sondern  mit  der  für  die  Erythraeer
auf  Kosten  der  beschliessenden  Gemeinde  besorgten  Abschrift
zu  thun.  Es  handelt  sich  nun  zunächst  um  die  Frage,  welche
denn  diese  beschliessende  Gemeinde  gewesen  sei.  Ihr  Name  ist
im  Texte  der  Inschrift  nicht  genannt,  offenbar,  weil  er  in  dem
nun  verlornen  Giebel  angebracht  war;  fehlen  durfte  er  in
keinem  Falle,  denn  es  handelte  sich  dabei  um  die  Reproduction
  einer  öffentlichen  Urkunde  und  in  andern  Inschriften,  die
aus  einem  ähnlichen  Anlasse  verfasst  wurden,  fehlt  er  in  der
That  auch  im  Texte  nicht.  In  dem  vorliegenden  Falle  mochte
man  es  aber  vorgezogen  haben,  statt  der  üblichen  Palmette  im
Giebel  den  Namen  der  beschliessenden  Gemeinde  anzubringen;
er  brauchte  dann  im  Texte  nicht  wiederholt  zu  werden.
Für  die  Bestimmung  des  Namens  der  letzteren  gewährt
nun  eine  aus  Delos  herrührende  Inschrift  einen  wichtigen  Anhalt. ­
  1  Wie  unsere,  im  aeolischen  Dialecte  abgefasst,  verzeichnet ­
  sie  die  Namen  von  je  drei  Männern  aus  verschiedenen
Oi'ten  der  Insel  Lesbos  (Mytilene,  Antissa,  Eresos  u.  s.  f.),
welche  sich  zu  einer  ipiXwv  cjp.ßiwaii;  vereinigten.  Unter  ihnen
erscheint  ein  IloXuSeuzv)?  Msywvoc,  genau  so  geschrieben  wie  die
beiden  Namen  des  obersten  Strategen  in  unserer  Inschrift.

1  C.  I.  Gr.  II,  p.  1037,  nr.  2265*>.
            
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