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Conze.
Mann und Frau dargestellt. Die Frau sitzt auf einem Stuhle,
mit einem Schemel unter den Füssen, links vom Beschauer,
bekleidet mit Unter- und Obergewand, welcher letztere schleierartig
über den Kopf gezogen ist. Vor ihr steht, halb ihr zugewandt,
ziemlich von vorn zu sehen der Mann, unbärtig, allein
mit dem Himation bekleidet, die Hände vor dem Schoosse
zusammengelegt, wie Demosthenes in der Vatikanischen Statue
sie hält. Neben dem Stuhle der Frau steht ein kleines Mädchen
in langem, hinter dem Manne ein kleiner Knabe in kurzem
Chiton. Hinter und über dem Mann sind einige Gegenstände
sichtbar, von denen ich nur den Pferdekopf mit Bestimmtheit
erkenne. Zwischen Mann und Frau aber erhebt sich im Hintergründe
die Grabstele mit dem Aufsatze der Sirenenfigur. Die
Sirene ist ganz menschlich gebildet, nur werden die Beine statt
in menschliche Füsse in Vogelkrallen ausgehen; sie spielt die
Kithara. Von Flügeln, wie sie der Stein in Wiltonhouse allein
zeigt, oder von Flügeln und Schwanz, wie sie auf den erhaltenen
attischen Grabsteinen in der Regel Vorkommen und wie ich
auch Beides auf dem Relief in Verona zu erkennen glaube,
sind auf diesem Kyzikenischen Relief nur unsichere Spuren
noch zu sehen; aber auf dem Kopfe erscheint ein Aufsatz,
der Modius, das chthonische Abzeichen, wie auf attischen
Grabsteinen. 1
Nach den von einander unabhängigen Verzeichnissen
Stephanis und Schräders (a. a. 0.) wird es nicht unnütz sein,
noch ein Mal mit Verweisung auf diese Verzeichnisse eine
Uebersicht der bis jetzt bekannten griechischen Grabsteine mit
Sirenenbildern oder der Ueberreste von solchen 2 zusammenzustellen.
1. St. 51 — Sehr. A = Kekule Theseion s. 75. = Sehr. B.
2. St. 52 = Sehr. C.
3. St. 53 = Sehr. P.
4. St. 54. —
1 7. 12 des folgenden Verzeichnisses.
- Die Vermuthung von E. Curtius (arch. Zeit. XXVIII, S. 11), dass auch
eine kleine Terrakottafigur im brittischen Museum ein solcher Überrest
sei, will ich hier erwähnen.