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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

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C  onze.

Fourmont  und  Caylus  auch  Boeckli  1  unter  die  attischen  Grabinschriften ­
  aufgenommen.
Die  Identität  der  Fourmont’schen  und  der  jetzt  Triestiner
Inschrift  leidet  nicht  den  geringsten  Zweifel;  bemerkenswerth
hierfür  ist  besonders  die  Zerstörung  des  ersten  Q.  Die  geringe
Abweichung  im  Anfänge  (Fourm.  A210S)  scheint  darauf  zu
führen,  dass  zu  Fourmonts  Zeit  das  Relief  noch  nicht  so  links
abgeschnitten  war,  wie  jetzt.  Damit  stimmt  weiter  überein,
dass  damals  die  beiden  Doppelköpfe  noch  nicht  vorhanden
waren.  Die  gehobene  Hand  der  Frau  hielt  auch  noch  nicht
den  maskenähnlichen  Gegenstand,  der  jetzt  vorhanden  ist;  sie
fehlt  in  der  Abbildung  bei  Caylus  ganz;  eine  Zerstörung  an
dieser  Stelle  gab  also  für  den  fälschenden  Bearbeiter  hier  besondern
  Anlass  nachzuhelfen.
Einen  mehr  urkundlichen  Beweis  für  eine  Fälschung  wird
man  nicht  leicht  finden.  Doch  könnte  man  auf  den  ersten
Blick  glauben,  dass  bei  allem  Ubereinstimmen  der  Inschrift
das  Bildwerk,  welches  Fourmont  vor  Augen  hatte,  nicht  dasselbe ­
  gewesen  sein  könne,  welches  jetzt  in  Triest  sich  befindet,
und  doch  ist  dem  ganz  bestimmt  so.  Zunächst  erscheint  die
ganze  Darstellung  bei  Caylus  herumgedreht,  rechts  ist  links
geworden  und  umgekehrt.  Eine  solche  Wiedergabe  im  Gegensinne ­
  wird,  wie  so  häufig,  durch  den  Kupferstich  entstanden
sein.  Weiter  ist  dann  aber  das  Geschlecht  der  beiden  Hauptfiguren ­
  vertauscht.  Auf  der  Kline  liegt  bei  Caylus  eine  Frau,
die  sitzende  Figur  ist  zu  einem  Manne  geworden.  Vielleicht
waren  grade  die  Köpfe  etwas  zerstört,  was  dann  wieder  dem
Fälscher  den  Weg  wies.  Die  heute  vorhandenen  oder  doch
noch  kenntlichen  Doppelköpfe  hätte  sich  ein  Fourmont  um  ihrer
Seltsamkeit  willen  am  wenigsten  entgehen  lassen.  Trotz  der
Vertauschung  des  Geschlechts  ist  die  Gewandung  beider  Figuren ­
  in  der  Hauptanordnung',  so  wie  das  Relief  sie  zeigt,  bei
Caylus  wieder  zu  erkennen.  Der  Tisch  vor  der  Kline  ist  bei
Caylus  ganz  weggefallen;  aber  zu  Häupten  vor  der  liegenden
Figur  steht  der  Weinschenkknabe  des  Reliefs,  freilich  in  der

C.  J.  gr.  I,  n.  925.
            
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