Über griechische Grabreliefs.
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Beschauer liegt der Todte mit nacktem Oberleibe, auf den
linken Ellenbogen gestützt, auf einer Kline, in der Rechten
hält er über den Schooss hin eine Schale. Vor der Kline steht
der Tisch mit Speisen, unter ihm ist eine vorn vor der Kline
herabhängende Draperie sichtbar; vor dem Tische hebt sich
die Schlange empor. Rechts steht der Knabe Weinschenk neben
einem grossen Krater, links sitzt mit einem Schemel unter den
Füssen die Gattin des Verstorbenen. Sie hält in der linken
Hand vermuthlich ein Kästchen. Alles das sind die bekannten,
hundert Mal vorkommenden Dinge. Auch die oben wie aufgehängt
angebrachten Gegenstände, von rechts nach links auf
einander folgend: Schwert, Panzer und Gewand, gehören noch
dem alten echten, aber freilich nicht sehr merkwürdigen Bildwerke
an. Diesem Mangel an Absonderlichkeit hat ein Fälscher
in kühnster Weise abgeholfen. Zunächst entfernte er die, wie
wir sehen •werden, vielleicht etwas zerstörten Köpfe des Mannes
und der Frau ganz und setzte mit scharfem Schnitte am Halse
jeder von beiden Figuren statt ihres einfachen Kopfes einen
Doppelkopf, eine Janusbildung, auf. Der bärtige des Mannes,
obendrein mit einer grossen Krone versehen, ist noch heute
vorhanden, der der Frau hingegen ist wieder abgefallen und
verloren. Dass auch sie wirklich einen Doppelkopf erhalten hatte,
sieht man noch deutlich an der Zurichtung des Hintergrundes
zur Aufnahme der breiten Masse mit zwei Gesichtern. In das
Innere der Trinkschale des Mannes wurde noch ein Kopf hineingemeisselt
imd auch dem, was ursprünglich ein Kästchen
gewesen seih wird, in der Hand der Frau eine maskenähnliche
Form gegeben. Die auf dem obern Architravstreifen entlang
stehende Inschrift macht es möglich, die Geschichte des Reliefs
noch etwas weiter rückwärts zu verfolgen. Ohne sie würde
man schwerlich darauf kommen, dass das jetzt Triestiner Relief
der Abbildung bei Caylus ' im Recueil d’antiquites Tome VI.
pl. XV, I zu Grunde liege. Diese Abbildung rührt aus
Fourmonts -Papieren her und zwar nlit der Ortsangabe:
,Athenis in ecclesia Sancti EliaeJ 2 Die Inschrift hat nach
1 Taf. X. 2.
2 Aug. Mommsen Athenae chriatianae S. 86, n. 102.
Sitab. d." pliL-hist. CI. LXSX Bd. II. Hft.
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