Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

298

H  a  r  t  e  1

in  bezeichnender  Weise  aus;  dafür  entlehnt  er  aus  Orosius
III  11  p.  166  (Anno  ab  urbe  condita  CCCCXII  Alexander  rex
Epitorarum,  Alexandri  illius  magni  avuncidus,  traiectis  in  Italiam
copiis,  cum  bellum  adversus  Romanos  pararet  et  circa  finitimas
Romae  urbes  jirniare  vires  exercitus  sui  auxilicique  vel  sibi  adquirere
  vel  hostibus  subtrahere  studens,  bellis  exerceretur,  a  Samnitibus,
  qui  Lucanae  genti  sujfragabantur,  niaximo  bello  in  Lucania
  victus  atque  occisus  est)  einen  neuen  Zug.  In  derselben
Weise  verfährt  er  durch  sein  ganzes  Werk  hindurch,  nicht
selten  Notiz  auf  Notiz  pfropfend,  wobei  es  auf  eine  kleine
Ungenauigkeit  ihm  nicht  gerade  ankommt.
W  as  den  Text  des  Florus  betrifft,  den  Paulus  benützte,
so  glich  er  jenem,  dessen  sich  Jornandis  bediente,  auf  das
genaueste:  mit  diesem  hat  er  1.  12  non  Italiae  tantum  sed  pene
toto,  während  die  besten  Hss.  des  Florus,  der  Bambergensis
und  Nazarianus,  das  pene  nicht  anerkennen,  1.  16  cunctorum
statt  omnium  und  1.  15  ostia  nicht  otia.  Es  wäre  vci-kehrt,  derartiges ­
  bei  Paulus  nach  der  richtigen  Lesart  seiner  Quelle
ändern  zu  wollen.  Denn  ostia  wird  er  ebenso  gewiss  gelesen
und  für  richtig  gehalten  haben  wie  1.  4  scicrilegis,  wofür  Florus
scicratis  legibus  (nur  hat  sacris  der  Bamb.)  bietet.  Das  Richtige
steht  aber  doch  an  einer  Stelle  bei  Paulus  1.  2  ornatam,  was
in  den  Hss.  des  Florus  zu  armatam  verdei'bt  ist.  Eigenthümlich
  ist  ihm  ferner  noch  1.  19  nominata  statt  numerata  und
1.  2  insidiarum.  das  Florus  nicht  anerkennt.
Dies  mit  dem  kritischen  Apparate  mitgetheilte  Stück
kann,  so  klein  es  ist,  uns  über  das  Verhältnis  der  Hss.  belehren. ­
  Unter  der  grossen  Zahl  diesei - ,  welche  Papencordt  und
genauer  Bethmann  verzeichnet  (über  80),  war  ich  in  der  Lage,
die  vier  ältesten  und  die  jüngeren  Wiener  einer  genauen
Untersuchung  zu  untei'ziehen.  Es  sind  der  Bambei'gensis  (=  B)
G.  E.  III.  4  saec.  IX,  dessen  Kenntniss  ich  der  Eyssenhardt’-schen
  Ausgabe  der  Histoi’ia  miscella  verdanke,  der  Monacensis
(=  A)  3516  (Aixg.  civ.  16)  saec.  X.,  der  Vindobonensis  (=  C)
583  saec.  X.,  in  welchem  wie  im  Monacensis  die  historia  persecutionis
  Afncanae  des  Victor  Vitensis  vorausgeht.  Dazu
kommt  der  Ambrosianus,  den  Muratori  im  1.  Bande  der  Rerum
Italicariun  scriptores  benützte  und  über  welchen  er  in  seiner
von  Unrichtigkeiten  ei’füllten  Abhandlung  über  Paulus  Folgendes
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.