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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Eutropius  und  Paulus  Diaconus.

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mit  Zusätzen  aus  Aurelius  Victor,  Orosius,  Rufinus,  Anastasius’
Kirchengeschichte  erweiterte  und  an  der  Hand  des  Anastasius
bis  auf  die  Zeit  Leo’s  (813  n.  Ch.)  fortsetzte,  wie  wir  aus  den
Titeln  der  ältesten  Handschriften,  des  Palat.  909  saec.  X,
Vatic.  1984  saec.  XI  und  Bern.  29  entnehmen  (quem  [Paulum]
Landulfus  Scujax  secutus,  plura  et  ipse  ex  cliversis  auctoribus
colligens  in  eadem  historia  addidit,  et  perduxit  usque  ad  Imperium
Leonis  quod  est  a.  ine.  806  ind.  7).  Diese  ist  wiederholt  und
erst  jüngst  in  vielfach  berichtigter,  wenn  auch  von  einem  befriedigenden ­
  Abschluss  noch  weit  entfernter  Form  von  Eyssen-  \
hardt  (Berlin  1869)  edirt  worden.  Des  Paulus  Geschichte  sind
wir  auch  durch  diese  Ausgabe  gezwungen  aus  einem  bedeutungslosen ­
  und  langweiligen  Wust  heraus  zu  klauben.  Das  wäre
aber  das  Schlimmste  nicht.  Was  wir  aus  den  Klammern  und
Noten  derselben  auf  mühsame  Weise  zusammen  tragen,  ist
nicht  ein  lesbarer  Paulus,  sondern  der  Text  einer  weder  fehlernoch
  lückenlosen  Bamberger  Handschrift  (G.  E.  III.  4  Nr.  6.
saec.  IX),  womit  nicht  einmal  den  Herausgebern  des  Eutropius,
Hieronymus,  Orosius  gedient  ist.  Von  einer  selbständigen  Ausgabe, ­
  wie  sie  das  bedeutendste  Werk  des  Paulus,  welches  sich
durch  das  ganze  Mittelalter  als  ein  Lesebuch  des  gesammten
Abendlandes  einer  seltenen  Verbreitung  und  Beliebtheit  erfreute,
verdient  und  die  Bethmann  mit  genauem  Nachweis  der  Quellen
in  Aussicht  stellte  (Archiv  X  310),  sind  wir  nun  wohl  weit
entfernt.
Paulus  wurde  zu,  seiner  Arbeit  durch  seine  Beziehungen
zu  Arichis  von  Benevcnt  und  dessen  Gemahlin  Adelperga,  einer
Tochter  Desiderius’,  veranlasst.  Wir  haben  eine  Urkunde  aus
dem  Frühjahr  oder  Sommer  763  in  dem  Gedichte  A  pnncipio
seculorum,  welches  uns  einen  Einblick  in  den  gelehrten  Verkehr ­
  zwischen  Paulus  und  Adelperga  gewährt.  Paulus  leitete
von  da  ab  wohl  durch  mehrere  Jahre  ihre  Studien.  So  gab
er  ihr  Eutrop’s  Geschichte  zu  lesen,  die  sie  aber  wegen  ihrer
Kürze  und  weil  dieselbe  bei  der  ausschliesslichen  Behandlung
römischer  Verhältnisse  ihrem  christlichen  Sinn  missfiel,  unbefriedigt ­
  zurücklegte.  Paulus  suchte  durch  eine  neue  Bearbeitung
diesen  Mängeln  abzuhelfen  und  überreichte  diese  mit  einem
Brief,  der  uns  noch  erhalten  ist.  Derselbe  ist  abgedruckt  von
Champollion-Figeac  in  seiner  L’ystoire  de  li  Normant,  Paris
            
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