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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

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Die  mitgetheilten  Proben,  welche  zugleich  eine  Vorstellung
von  dem  Grad  der  Uebereinstimmung  zwischen  Planudes,  Suidas
und  den  constantinischen  Eklogarien  geben  können,  zeigen,
dass  wir  es  nicht  sowohl  mit  wörtlichen  als  mit  verdeutlichenden ­
  Uebersetzungen  zu  thun  haben  und  dass  jene  Capito’s  die
andere  an  Eleganz  und  Geschick  weit  hinter  sich  lässt.  Die  Verdeutlichung ­
  geht  aber  nicht  so  weit,  dass  nicht  noch  das  Original ­
  ganz  erkennbar  durchschimmerte.  Es  wird  demnach
nicht  unnütz  sein,  da  uns  eine  vollständige  Sammlung  und
Beai’beitung  der  Chronik  des  Johannes  Antiochenus,  auf  deren
Nothwendigkeit  jüngst  wieder  Mommsen  aufmerksam  machte,
abgeht,  die  wichtigem  Fragmente  der  Capitoschen  Bearbeitung
zusammenzustellen  und  dieselben  der  kritischen  Benützung,  deren
sich  Paeanius  stets  wenn  auch  nicht  erschöpfend  zu  erfreuen
hatte,  etwas  zugänglicher  zu  machen.  Dabei  wird  sich  manche
Gelegenheit  finden,  den  Werth  der  beiden  handschriftlichen
Recensionen  zu  beleuchten  und  die  Beschaffenheit  des  Eutroptextes
  zu  prüfen.
Freilich  wäre  das  eine  ganz  unnütze  Arbeit,  die  wir  uns
gemacht,  wenn  Herr  Dr.  Koecher  mit  seiner  Hypothese,
die  er  in  einer  sehr  fleissigen  und  sonst  schätzenswerthen
Dissertation  (De  Joannis  Antiocheni  aetate  fontibus  auctoritate,
Bonn  1871)  entwickelte,  im  Rechte  wäre,  dass  wir  nicht  das
ächte,  vollständige  Werk  des  Eutropius,  sondern  nur  einen
lückenhaften  Auszug  desselben  besitzen  und  dass  die  Uebersetzung
  Capito’s  aus  dem  vollständigen  Werke  geflossen  sei
(Eutropii  historias  in  Graeca  versione  integriores  restare  quam
in  breviario  latino,  p.  21),  ja  wenn  ich  recht  verstehe,  nicht
blos  die  Capito’s,  sondern  auch  die  des  Paeanius,  und  dass
auf  diesem  Wege  sich  die  theilweise  reichere  und  bessere
Erzählung  der  Interpreten  erkläre.  Wenn  ich  ihm  zunächst
entgegenhielte,  wie  sonderbar  die  Annahme  sei,  dass  aus  dem
Abriss  römischer  Geschichte,  der  sich  als  solcher  in  dem
            
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