Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

234

H  a  r  t  e  1.

Pitlioeus  abgedruckt  und  seitdem  oft  wiederholt,  ohne  dass  die
Herausgeber  nach  weiteren  kritischen  Hilfsmitteln  sich  umsahen. ­
  Jüngst  hat  Schulze  Proben  aus  2  Handschriften,  einem
Laurentianus  Plut.  LXX  cod.  V  (Bandini  II  663)  und  einem
aus  diesem  sehr  sorgfältig  abgeschriebenen  Monacensis  CI,
welche  mit  dem  Pithoeanus  aus  demselben  lückenhaften  Archetyp ­
  —  es  fehlten  in  ihm  VI  9—11,  VII  3—4,  X  12—18  —-stammen,
  mitgetheilt  und  gezeigt,  wie  nothwendig  eine  Revision
des  Textes  nach  Sylburg  ist.
Neben  dieser  Uebersetzung  des  Paeanius  begegnen  uns
allenthalben  Spuren  einer  anderen,  wesentlich  verschiedenen,
ohne  dass  uns  ihr  Verfasser  irgendwo  namentlich  genannt  wäre.
So  finden  wir  in  den  von  A.  Mai  im  2.  Band  seiner  Scriptores
(1827)  edirten  Stücken  jener  geschichtlichen  Compilation,  die
von  dem  Mönch  Maximus  Planudes  im  14.  Jahrhundert  zusammengestellt
  wurde  (luvayorj-'i)  coXXeyeiaa  am  Siatpoptav  ßtßXiMV  v.tX.),
eine  Anzahl  solcher,  die  nicht  aus  Cassius  Dio  herrühren  können,
dem  sie  Mai  und  die  Ausgaben  des  Dio  von  Bekker  und  Dindorf
  zuschreiben,  sondern,  wie  Mommsen  (Hermes  VI  82  If.)
erkannte,  aus  einer  griechischen  Uebersetzung  des  Eutropius
stammen.  Mit  denselben  stimmen  und  fügen  neues  hinzu
eine  beträchtliche  Reihe  jener  Artikel  bei  Suidas,  welche  sich
auf  römische  Geschichte  beziehen.  Am  ergiebigsten  aber  ist
die  Ausbeute  bei  den  Epitomatoren  Constantins.  Die  Uebereinstimmung
  der  Stücke,  die  zufällig  bei  Planudes,  Suidas  und
in  der  constantinischen  Sammlung  oder  bei  zweien  von  ihnen
erhalten  sind,  ist  eine  so  augenscheinliche,  dass  sie  nothwendig
aus  ein  und  derselben  Quelle  stammen  müssen.  Und  diese
Quelle  verschweigen  die  constantinischen  Excerpte  nicht.  Es  ist
die  Chronik  des  Johannes  von  An  tio  chia,  ,die  in  der  späteren
griechischen  Literatur  einen  ähnlichen  Platz  einnimmt  wie
Livius  in  der  lateinischen;  das  Epitomiren  des  Werkes  und
wieder  der  Epitomen  desselben  einer-  und  das  Fortsetzen
andrerseits  ist  die  Geschichtschreibung  dieser  Epoche;  und
eines  der  wichtigsten  Glieder  in  dieser  Kette  ist  Johannes
von  Antiochia.'  Er  gehört  vermuthlich  dem  siebenten  Jahrhundert ­
  an  (vergl.  Müller  FHG.  IV  536).
Bei  einem  Historiker  dieser  Gattung  und  dieser  Zeit  hat
die  Annahme,  dass  er  selbst  die  Originalquelle  Eutropius
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.