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H a r t e 1.
Pitlioeus abgedruckt und seitdem oft wiederholt, ohne dass die
Herausgeber nach weiteren kritischen Hilfsmitteln sich umsahen.
Jüngst hat Schulze Proben aus 2 Handschriften, einem
Laurentianus Plut. LXX cod. V (Bandini II 663) und einem
aus diesem sehr sorgfältig abgeschriebenen Monacensis CI,
welche mit dem Pithoeanus aus demselben lückenhaften Archetyp
— es fehlten in ihm VI 9—11, VII 3—4, X 12—18 —-stammen,
mitgetheilt und gezeigt, wie nothwendig eine Revision
des Textes nach Sylburg ist.
Neben dieser Uebersetzung des Paeanius begegnen uns
allenthalben Spuren einer anderen, wesentlich verschiedenen,
ohne dass uns ihr Verfasser irgendwo namentlich genannt wäre.
So finden wir in den von A. Mai im 2. Band seiner Scriptores
(1827) edirten Stücken jener geschichtlichen Compilation, die
von dem Mönch Maximus Planudes im 14. Jahrhundert zusammengestellt
wurde (luvayorj-'i) coXXeyeiaa am Siatpoptav ßtßXiMV v.tX.),
eine Anzahl solcher, die nicht aus Cassius Dio herrühren können,
dem sie Mai und die Ausgaben des Dio von Bekker und Dindorf
zuschreiben, sondern, wie Mommsen (Hermes VI 82 If.)
erkannte, aus einer griechischen Uebersetzung des Eutropius
stammen. Mit denselben stimmen und fügen neues hinzu
eine beträchtliche Reihe jener Artikel bei Suidas, welche sich
auf römische Geschichte beziehen. Am ergiebigsten aber ist
die Ausbeute bei den Epitomatoren Constantins. Die Uebereinstimmung
der Stücke, die zufällig bei Planudes, Suidas und
in der constantinischen Sammlung oder bei zweien von ihnen
erhalten sind, ist eine so augenscheinliche, dass sie nothwendig
aus ein und derselben Quelle stammen müssen. Und diese
Quelle verschweigen die constantinischen Excerpte nicht. Es ist
die Chronik des Johannes von An tio chia, ,die in der späteren
griechischen Literatur einen ähnlichen Platz einnimmt wie
Livius in der lateinischen; das Epitomiren des Werkes und
wieder der Epitomen desselben einer- und das Fortsetzen
andrerseits ist die Geschichtschreibung dieser Epoche; und
eines der wichtigsten Glieder in dieser Kette ist Johannes
von Antiochia.' Er gehört vermuthlich dem siebenten Jahrhundert
an (vergl. Müller FHG. IV 536).
Bei einem Historiker dieser Gattung und dieser Zeit hat
die Annahme, dass er selbst die Originalquelle Eutropius