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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

Eutropius  und  Paulus  Diaconus.

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kritischen  Geschäft  kaum  zu  entbehrende  Regulative,  indem
man  bei  einem  von  Irrthümern  aller  Art  strotzenden  Schriftsteller ­
  wie  Eutropius  sich  nur  zu  oft  zu  emendiren  versucht
fühlt,  was  aus  seiner  Hand  hervorging  und  nicht  angetastet
werden  darf,  ein  Grundsatz,  den  Verheyk  bereits  aussprach
,neque  scriptorem  emendari  existimo,  si  loquentem  inducamus,
ut  loqui  debuisset,  sed  uti  loquutus  est‘,  aber  besser  erkannte
als  durchführte.  Diese  Zeugnisse  entscheiden  aber  auch  die
Frage  nach  dem  Werth  der  beiden  Recensionen,  jener  welche
der  Fuldensis  vertritt  und  der  Paulinischen,  zu  Gunsten  der
ersten  mit  solcher  Bestimmtheit,  dass  ein  eklektisches  Schwanken, ­
  wie  es  von  den  Ausgaben  bisher  in  Folge  mangelnder
Einsicht  in  die  Ueber]ieferüng  beliebt  wurde,  für  immer  wohl  abgcthan
  sein  dürfte.  Bevor  wir  diese  Behauptungen  näher  ausführen,
muss  von  den  griechischen  Uebersetzungen  geredet  werden.
Das  Breviarium  des  Eutropius,  welches  dem  Kaiser  Valens
dedicirt  und  um  369  n.  Chr.  abgefasst  ist,  wurde  wenige  Jahre
später  von  dem  syrischen  Griecften  Paeanius  in’s  Griechische
übertragen.  Eine  "Stelle  der  Uebersetzung  IX,  15,  6  (=  Eutr.
IX  25)  bietet,  wie  bereits  Sylburg  erkannte,  darüber  Gewissheit, ­
  indem  es  dort  von  dem  Perserkönig  Narseus  heisst:
tcxxtco?  Ss  •/)'/  oüto;  Zaiwopt  ts  y.at  ‘OppiaSa  toi?  si?  tv)v  rjp.STSpav  -ffKr/da')
äipoiopivotc;  denn  dieser  Sapor  starb  um  379  in  hohem  Alter
(vergl.  Clinton  Fasti  Rom.  II  260).  Wir  haben  es  also  mit
demselben  Paeanius  zu  thun,  der  uns  als  ein  Schüler  des
Libanius  und  Acacius,  welche  354  und  355  n.  Chr.  zusammen
in  Antiochia  lehrten  (vgl.  Sievers,  Leben  des  Libanius,  Berlin
1868  S.  276),  und  durch  die  Briefe  des  Libanius  in  seinen
weiteren  Schicksalen  bekannt  ist  (vgl.  E.  Schulze,  De  Paeanio
Eutropii  interprete  im  Phil.  XXIX  286  ff.).  Darauf  dass  diese
Uebersetzung  von  einem  Asiaten  für  Asiaten,  denen  bei  der
damals  selbst  bei  Männern  wie  Libanius  herrschenden  Unkenntniss
  der  lateinischen  Sprache  und  römischen  Verhältnisse
ein  solches  Handbuch  nicht  unwillkommen  sein  mochte,  gemacht
wurde,  weisen  noch  deutliche  Spuren  hin  (Schulze  a.  a.  0.
287,  296).  Da  wir  über  die  Lebensverhältnisse  des  Eutropius
nicht  näher  unterrichtet  sind,  müssen  wir  die  Frage  offen
lassen,  ob  nicht  er  selbst  vielleicht  diese  veranlasst.  Ihr  Text
wurde  zuerst  von  Sylburg  1590  aus  einer  Handschrift  des
            
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