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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 71. Band, (Jahrgang 1872)

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Hartei.

venti  ductrice  coniuge  domni  Arrichis  (Arichis  Mon.)  sapientissimi
  et  catholici  principis.  Deinde  (Deinceps  Mon.)  quae
sequuntur  idem  Paulus  ex  diuersis  auctoribus  proprio  stilo  contexuit,
  ein  Zusatz,  der  auf  eine  uns  noch  erhaltene  Originalurkunde, ­
  den  Brief  des  Paulus  an  Adilperga,  den  wir  später
mittheilen  werden,  zurückgeht.  Nach  demselben  Gewährsmann
führen  auch  mehrere  Handschriften  (so  auch  der  Vindob.  104)
den  Titel:  Incipit  kistoria  Romana  a  Paulo  dyacono  S.  Benedicti
  ecclesiae  Montis  Cassini  edit.a  ex  historiis  Eutropii,  der
sich  durch  seine  ganze  Fassung  als  ein  ziemlich  junges  Erzeugnis ­
  zu  erkennen  gibt.  Aus  demselben  Briefe  floss  Leo’s  Zeugnis, ­
  der  gegen  das  Ende  des  11.  Jahrhunderts  in  seiner  Chronik
des  Klosters  von  Montecassino  I  15  schreibt:  In  liistoria  etiam
Romana,  quam  Eutropius  breviter  composuerat,  eiusdem  Adelpergae
rogatu  plurima  liinc  inde  ex  historiis  ecclesiasticis  addidit;  ad  ultimum ­
  vero  duos  (vielmehr  sex)  libellos  a  tempore  Juliani  apostate,  in
quam  ipsam  historiam  Eutropius  terminaverat,  usque  ad  tempora
primi  Justiniani  imperatoris  eidem  annexuit.  Man  begreift  es,
dass  Dupin  (Bibi,  des  auteurs  eccles.  1686  tom.  VI)  und  Baronius
  ad  ann.  719,  welche  eine  richtige  Vorstellung  von  der
sogen.  Historia  miscella,  die  sich  zu  Paulus’  Geschichtswerk
verhält,  wie  dieses  zu  Eutropius’  Breviarium,  nicht  hatten  und
die  vorgeführten  Zeugnisse  nicht  oder  nur  zum  Theil  kannten,
an  der  Autorschaft  des  Paulus  zweifeln  konnten;  man  begreift
aber  nicht,  wie  Eyssenhardt  in  der  Praefatio  zu  jener  Historia
miscella  dazu  kam,  sich  diese  Zweifel  anzueignen,  indem  er
schreibt:  ,Unus  aliquis  homo  sive  fuit  Paullus  Diaconus  sive
quis  alius  Eutropii  breviarium  interpolavitJ
Wenn  nun  Paulus  der  unzweifelhafte  Verfasser  der  Historia ­
  Romana  ist  und  diese  demnach  in  die  zweite  Hälfte  des
achten  Jahrhunderts  hinaufreicht,  so  springt  ihre  Bedeutung
für  die  Kritik  des  Eutropius  von  selbst  in  die  Augen.  Denn
der  Text  des  Breviarium,  den  Paulus  benützen  und  an  corrupten
  Stellen  durch  Vergleichung  mehrerer  Exemplare  emendiren
  konnte  und  der  von  da  ab  als  wohl  geborgener  Bestandteil ­
  eines  grösseren  Werkes  gegen  die  emendatorischen  und
interpolatorischen  Eingriffe,  denen  die  Eutropexemplare  ausgesetzt ­
  waren  und  nachweisbar  erlagen,  bestens  geschützt  war,
ist  mindestens  um  ein  Jahrhundert  älter  als  der  älteste  Ver-
            
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