Ein mutazilitischer Kalä-m.
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blicken. Hätten sie nicht diese vernünftige Grundlage, dann
wäre nicht einzusehen, warum Gott sie angeordnet haben sollte.
Nachdem uns Gott Vernunft zur Erkenntniss seines Wesens
gegeben und durch des Propheten Mund seine Wahrheit uns
verkündet hat, ist er verpflichtet, demjenigen, der ihn erkannt
und ihm gedient hat, dies zu vergelten durch ewigen Lohn im
Jenseits, und den Ungläubigen im Jenseits für die Ewigkeit zu
strafen. Hat Jemand Verdienste und Vergehungen, so werden
diese gegen einander abgewogen 1 ). Bereut der Sünder seine
Vergehungen, dann ist Gott verpflichtet, seine Reue wohlgefällig
anzunehmen und die jenseitige Strafe fallen zu lassen.
An die Reue aber muss auch die Umkehr vom Bösen Um der
Bosheit willen geknüpft sein. Gott darf den Frommen fortleben
lassen, selbst wenn Gefahr droht, dass dieser ungläubig
würde. Ob er den Ungläubigen vom Leben abberufen dürfe,
wenn er weiss, dass dieser in späteren Jahren Reue empfinden
würde, darüber gehen die Meinungen auseinander. Unser Autor
meint, Gott dürfe es. Darum ist es gerathen, stets die Nähe
des Todes zu fürchten.
Es folgen einige Bemerkungen über die Möglichkeit dessen,
dass Gott die Lebensdauer des Frommen verlängere. Endlich
wird noch das Eingreifen Gottes in das commercielle Leben
besprochen. Der Verstand billigt am meisten denjenigen Erwerb,
der auf Kauf oder Schenkung beruht. Daneben hat
das geoffenbarte Gesetz noch einige Erwerbsarten gestattet.
Was aber darüber hinausgeht, ist Unrecht. Der Kaufpreis des
Productes verändert sich. Diese Veränderungen werden theils
von uns selber, theils von Gott bewirkt. Vortheilbringend ist
die von Menschen veranlasste Preissteigerung, wenn eine starke
Ausfuhr ist, nachtheilig, wenn durch menschliche Tücke —
durch den Uebermuth der Beduinen schwärme 2 ) — eine Noth
eingetreten. Gott leitet den Wechsel der Temperatur, der auf
das Gedeihen der Saaten, also auch auf deren Preis von bedeutendem
Einflüsse sein kann.
1 Ibicl. p. 274. Unser Autor lässt es nicht deutlich merken, ob er die Waage
im wörtlichen oder figürlichen Sinne nahm.
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