Ein mutaziliti8cher Kaläm.
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Existenz überhaupt'). Ihre Meinung-, dass die Freiheit des
Ungläubigen, sowohl gläubig, wie ungläubig zu sein, nothwendig
die Unkenntniss Gottes als Consequenz nach sich ziehe, ist
unrichtig; depn man dai-f nie das Gewisse vom Ungewissen
abhängig machen, und das Sichere vom Schwankenden in
Frage stellen lassen. Wir haben aber früher bewiesen, und
es steht für uns unumstösslich fest, dass Gott seinem Wesen
nach wissend sei. Ihr Einwand nun, dass, wenn der Ungläubige
gläubig geworden wäre, Gottes Wissen eine Modification erfahren
hätte, ist ganz frucht- und sinnlos; weil es eben unstatthaft
ist, Sicheres von Unsicherem abhängig zu machen.
Die Sache verhält sich so: Gott weiss, dass der Ungläubige
nicht glauben werde. Wäre er aber gläubig geworden, wie es
ihm ja freistand, dann wäre es unstatthaft gewesen, zu sagen,
Gott habe gewusst, dass er nicht glauben werde, weil er ja
dann das Unrichtige früher gewusst hätte, und diejenigen Recht,
hätten, welche behaupten, Gottes Wissen werde nach dem wirklichen
Geschehen modifieirt; noch auch könnten wir in jenem
Falle sagen, Gott habe es nicht gewusst, weil ja dann das erwiesene
Prädicat des Wissens erschüttert würde. Es ist daher
nothwendig, dass wir uns in dieser Sache jeder Antwort überhaupt
enthalten; ebenso wie wir demjenigen nicht antworten
würden, der uns betreffs des scheinbaren Unrechts, welches wir
in Gottes Gebahren zu bemerken glauben, fragte, ob dies
Gottes Abhängigkeit oder Unwissenheit beweise oder nicht;
weil eben durch unerschütterliche Beweise fest steht, dass Gott
seinem Wesen nach wissend und unabhängig ist. Wie wir nun
ohne Bedenken behaupten, Gott vermöge zwar Böses zu üben,
übe es aber niemals, wohl aber Bedenken tragen zu entscheiden,
ob ein Act wirklicher Gewalt, von Seiten Gottes geübt, seine
Unwissenheit oder Abhängigkeit beweisen würde, oder nicht:
ebenso behaupten wir lieber und mit geringerer Scheu, der
Mensch handle nach freier Wahl, obgleich Gott weiss, dass er
so und nicht anders handeln werde, als dass wir sagten, wenn
der Ungläubige geglaubt hätte — dass dann Gott es mit Noth-Etwas
ausführlicher und mit mehr logischer Kraft entwickelt Aaron b.
Elia die Ansicht der Pflbmä im 83. Cap. des Ez Chajim. Er hat wohl
keine weitere Quelle gehabt, als unsem Autor, diesen aber logisch ergänzt.