ßin rautaziiitischer Kalam.
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und die Fähigkeit, gläubig zu sein. Er machte nur nicht den
richtigen Gebrauch von seiner unbeschränkten Willensfreiheit.
Von Gott war es aber billig und gerecht, dass er auch ihn
mit den Segnungen des Glaubens bekannt gemacht. Wenn wir
zwei Hungernden Speisen vorsetzen, und nur einer von ihnen
davon geniesst und sein Leben rettet, der andere aber sie unberührt
lässt und elendiglich umkommt, ist das unser Verschulden?
Begann nicht unsere Wohlthat und unser Anspruch
auf dankende Erkennung schon in dem Momente, da wir die
Speise ihnen vorgesetzt, und nicht erst in dem Zeitpunkte, da
der eine den richtigen Gebrauch zu machen begann? Also
gebührt auch Gott der Dank für seine huldreiche Offenbarung
nicht allein von Seiten des Gläubigen, der sie benutzt, sondern
auch seitens des Ungläubigen. Eigentlich erschiene es unnöthig,
erst viel Worte über die Richtigkeit und Billigkeit
dessen, dass Gott auch an den Ungläubigen seine Ermahnung
gerichtet hat, zu verlieren. Ist es doch für uns unumstössliche
Wahrheit, dass Gott mächtig und weise und darum auch gerecht
ist, und er hat eben an Alle seine Offenbarung gerichtet.
Der Hinweis auf diese Thatsache müsste eigentlich genügen.
Gleichwohl sollen die Argumente des Gegners besonders geprüft
und widerlegt werden. In Bezug auf das von unserem Autor
gewählte Beispiel hatten seine Gegner sich geäussert: ,Das Vorsetzen
der Speise hat nur dann einen sittlichen Werth und
verdient dankende Anerkennung, wenn wir wissen, dass unser
Gast dieselbe geniessen werde, oder wenigstens, wenn wir nicht
vom Gegentheile überzeugt wird. Demnach verdient Gott nur
Dank von Seiten des Gläubigen, der seine Offenbarung angenommen,
nicht aber seitens des Ungläubigen, dessen Unglauben
ja Gott früher bekannt gewesen sein musste. Ja Gott that
Unrecht, wenn er erst den verwarnt, von dessen Ungehorsam
er zuvor überzeugt ist. Das ist ebenso, wie wenn ein Vater
seinem Sohne ein Schwert zur Verteidigung in die Hand
drückt, wiewohl er weiss, dass dieser sich selbst damit das
Leben rauben würde/
Darauf entgegnet unser Autor, dass der ethische Werth
einer Handlung nicht an ihrem wirklichen oder muthmasslichen
Erfolge bemessen werden dürfe, sondern an unserer Absicht,
in der wir dieselbe üben. Da diese bei Gott eine löbliche
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